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Sportschuhe für Menschen mit Prothesen

Adaptive Mode

Das passt!

30.06.2026

Adaptive Mode ist zwar inzwischen auch bei einigen Big Playern der Modeindustrie angekommen, doch bisher bedienen vor allem Nischenhersteller das Segment. Dabei wächst der Markt und bietet neben wirtschaftlicher und kultureller Relevanz auch gestalterische Perspektiven.

Lesedauer: 4 Minuten

Ein Besuch im Adidas-Store in der Tauentzienstraße in Berlin: Eine Schaufensterpuppe mit Beinprothese trägt einen Turnschuh mit drei Streifen. Was hier wie selbstverständlich erscheint, ist es in der Modeindustrie längst noch nicht. Menschen mit Einschränkungen – darunter Kleinwüchsige, RollstuhlfahrerInnen und ProthesenträgerInnen – werden weitgehend ignoriert und treten oft nur für Marketingzwecke in den Vordergrund. Das überrascht nicht wirklich, denn Zielgruppen außerhalb der Norm haben es schwer in der Fashion-Industrie. Aktuelle Zahlen zeigen jedoch, dass das Segment der adaptiven Mode wirtschaftlich vielversprechend ist, notwendige Investitionen wie Grundlagenforschung mit eingerechnet. 

Modekampagne mit Rollstuhlnutzerin im Studio
Zalando arbeitet seit 2022 im Bereich Adaptive Mode. Foto/Copyright: Zalando

Adaptive Mode als gestalterische Disziplin

In Berlin arbeitet die Designerin Sema Gedik im Bereich adaptive Mode und hat ihr Unternehmen "Auf Augenhoehe" genannt. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint, denn Gedik hat sich auf das Entwerfen von modischer Kleidung für kleinwüchsige Personen spezialisiert. Die Idee dazu kam ihr, als sie in der Türkei mit ihrer kleinwüchsigen Cousine einkaufen ging und feststellte, wie wenig Auswahl es gab. Um besser auf die Zielgruppe eingehen zu können, haben Gedik und ihr Team die weltweit ersten Kleidergrößen speziell für kleinwüchsige Frauen und Männer entwickelt. So wurden über Jahre hinweg Menschen mit Kleinwuchs vermessen und ihre Proportionen erforscht. Das Ergebnis: passgenaue Schnitte und Stile, die beispielsweise Kimonos und Blusen umfassen. 

Adaptive Kleidung und inklusive Sportmode
Das Berliner Unternehmen „Auf Augenhoehe“ fertigt Kleidungsstücke für kleinwüchsige Menschen in klarer Formensprache. Foto/Copyright: Anna Spindelndreier

Adaptive Mode ist für Gedik jedoch nicht einfach nur eine technische Lösung, sondern eine gestalterische Disziplin. "Wir verstehen unser Label als Impuls für Designentscheidungen", sagt sie. "So entstehen Kleidungsstücke, die unterschiedliche Körperrealitäten mitdenken und gleichzeitig eine klare Formensprache entwickeln." Inklusion ist dabei der Ausgangspunkt für die Gestaltung, die bei „Auf Augenhoehe“ immer auch gesellschaftliche Themen mitdenkt. Dazu gehört beispielsweise die Frage, wie Kleidung Selbstbestimmung und Sichtbarkeit fördern kann.

Claudia Simone Hoff

stylepark Magazin

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