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Farbenfrohe Illustration einer New Yorker U-Bahn-Szene

Interview mit Carlo Stanga

Wenn Städte auf Textilien zum Leben erwachen

03.11.2026

Wie wird aus einer gezeichneten Stadt ein Textil für den Alltag? Der Architekt und Illustrator Carlo Stanga erzählt, wie Architektur und das Leben auf den Straßen in seine Illustrationen einfließen – und was sich verändert, wenn seine Motive auf Stoff gedruckt werden.

Lesedauer: 4 Minuten

Manche Zeichnungen zeigen eine Stadt. Die von Carlo Stanga lassen uns in sie eintauchen: Zwischen Fassaden, Fenstern und kleinen Alltagsszenen entfaltet sich das Leben der Straßen. Der Architekt und Illustrator hat bereits für internationale Marken wie Cartier, Mercedes-Benz und Missoni gearbeitet. Im Interview erzählt er, wie seine Faszination für Städte seine Illustrationen prägt – und was geschieht, wenn sie auf Textilien weiterleben.


Was kann eine Illustration einem Raum geben, das Farbe, Struktur oder Muster allein nicht können?

Eine Illustration kann eine andere Welt in einen Raum bringen. Sie zeigt Orte, erzählt Geschichten und birgt kleine Geheimnisse, die dazu einladen, genauer hinzusehen. Vielleicht erkennt jemand eine Stadt wieder, die er liebt. Jemand anderes stellt sich eine Reise vor, die er noch nie gemacht hat. Ich mag dieses Zusammenspiel zwischen der Fantasie der Künstlerin oder des Künstlers und den persönlichen Erinnerungen der Menschen, die mit dem Bild leben. Ein Raum wird persönlicher, wenn er etwas enthält, das uns anspricht. Eine Illustration ist wie ein Fenster zur Fantasie.

Illustrator Carlo Stanga präsentiert und zeichnet Stadtansichten
Carlo Stanga erweckt mit seinen Illustrationen Städte und Architektur zum Leben. © Carlo Stanga

Wo sehen Sie künftig neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen Illustratorinnen und Illustratoren und der Textilindustrie?

Ich würde mir wünschen, dass Illustratorinnen und Illustratoren früher in den kreativen Prozess eingebunden werden und gemeinsam mit Textildesignerinnen und -designern sowie Herstellern eine Kollektion entwickeln. Im Zusammenspiel von Zeichnung, Gewebe, Licht und Bewegung gibt es so viel zu entdecken.

Ich sehe spannende Möglichkeiten für Wohnräume, Hotels und öffentliche Orte, in denen Textilien Geschichten erzählen können, die mit einem bestimmten Ort verbunden sind. Illustratorinnen und Illustratoren können diesen Umgebungen eine sehr persönliche Sichtweise geben. Ich hoffe, Dinge zu gestalten, zu denen Menschen eine Verbindung aufbauen: Objekte, die sie gern benutzen und in denen sie mit der Zeit immer wieder Neues entdecken.


Titelbild: MTA-Station. „I am New York“ – Moleskine & Princeton Architectural Press © Carlo Stanga

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