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Offene Bürofläche mit Regalen und Arbeitsplätzen

Ein Gespräch über Design und Leadership mit Mauro Brigham

17.02.2026

Wie vorausschauende Führung, Experimentierfreude und Materialkompetenz Herausforderungen in sinnstiftende Designlösungen verwandeln.

Lesedauer: 2 Minuten

Mauro Brigham, Gründer von ncbham und Materiatek, ist ein multidisziplinär arbeitender Designer an der Schnittstelle von Architektur, Interior Design und Materialinnovation. Geprägt durch Stationen in Portugal und Belgien bringt er eine branchenübergreifende Perspektive ein, die Kreativität, Funktionalität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Arbeitsplatz mit Barhockern und Fensterfront
Im Juni 2021 gewann ncbham den internationalen Wettbewerb für die Ausstattung der neuen Büros im Hauptsitz von EY in Diegem. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.
Fokus-Arbeitsplatz mit Akustikwand und Tisch und moderner Besprechungsraum mit Akzentfarben
Im Juni 2021 gewann ncbham den internationalen Wettbewerb für die Ausstattung der neuen Büros im Hauptsitz von EY in Diegem. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.
Lounge-Sessel in ruhiger Arbeitszone
Im Juni 2021 gewann ncbham den internationalen Wettbewerb für die Ausstattung der neuen Büros im Hauptsitz von EY in Diegem. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.
Kollaborativer Arbeitsbereich mit Whiteboard
Im Juni 2021 gewann ncbham den internationalen Wettbewerb für die Ausstattung der neuen Büros im Hauptsitz von EY in Diegem. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.
Akustikraum und Lounge-Bereich mit modularen Sofaelementen
Im Juni 2021 gewann ncbham den internationalen Wettbewerb für die Ausstattung der neuen Büros im Hauptsitz von EY in Diegem. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.

Entwerfen aus dem Kontext heraus – nicht bei null beginnen

Gestaltung beginnt selten auf einem weißen Blatt. Häufig bildet vielmehr ein bestehender Rahmen den Ausgangspunkt: ein Gebäude, die Geschichte einer Marke, technische Vorgaben oder die Verfügbarkeit bestimmter Materialien. Für Mauro sind diese Bedingungen keine Einschränkungen, sondern strategische Startpunkte. Er betont die Bedeutung eines tiefen Kontextverständnisses – von architektonischen Strukturen über die Historie der Auftraggeber bis hin zu Produktionsbedingungen und Materialeigenschaften.

Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die sowohl eigenständig als auch realisierbar sind. Diese Haltung spiegelt typische Herausforderungen der Textilindustrie wider, in der Innovation oft innerhalb klar definierter Parameter entsteht – etwa Budgetvorgaben, Zertifizierungen oder Lieferkettenrestriktionen.

Moderner Wartebereich mit gemusterter Akzentwand und Detail moderner Wandgestaltung mit Holz
ncbham wurde auch mit dem Layoutvorschlag und der Gestaltung des Restaurants und des Business Centers des EY-Hauptsitzes in Diegem beauftragt, die sich über eine Fläche von ca. 5000 m² erstrecken. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.
Lounge-Bereich mit Vorhängen und Polstermöbeln und offener Restaurantbereich mit runden Tischen
ncbham wurde auch mit dem Layoutvorschlag und der Gestaltung des Restaurants und des Business Centers des EY-Hauptsitzes in Diegem beauftragt, die sich über eine Fläche von ca. 5000 m² erstrecken. Fotos: Save As Studio and Huy Nguyen.

Einschränkungen und Materialien als kreativen Vorteil nutzen

Fehler, so Mauro, sind ein essenzieller Bestandteil des Designprozesses. Er erinnert sich an Projekte, bei denen enge Budgets oder begrenzte Materialoptionen zu besonders ressourceneffizienten und nachhaltigen Ergebnissen geführt haben. In textilen Projekten bedeutet dies häufig, den Materialeinsatz zu optimieren, Abfälle zu reduzieren oder Alternativen mit geringerer Umweltbelastung zu wählen.

Voraussetzung dafür ist ein kontinuierlicher Überblick über Materialinnovationen – von recycelten Fasern und neuen textilen Konstruktionen bis hin zu aufkommenden biobasierten Alternativen. Ein enger Dialog mit Herstellern ermöglicht es Designerinnen und Designern, technische Entwicklungen in marktfähige Lösungen zu übersetzen.

Souveränität mit Unsicherheiten

Mauro plädiert für eine ruhige, kollaborative Haltung im Umgang mit Unsicherheiten. Die Rückbesinnung auf frühere Erfahrungen sowie eine offene Kommunikation mit Auftraggebern und Produktionspartnern helfen, Erwartungen abzugleichen und Entwicklungsprozesse zu strukturieren – vom Sampling und Prototyping bis zur finalen Produktion.

Mit seiner Arbeit bei ncbham und Materiatek setzt Mauro Brigham ein starkes Zeichen für die Verbindung von Innovation und ökologischer Verantwortung. Seine Praxis zeigt, dass Nachhaltigkeit und hochwertiges Design keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken – und damit die Zukunft der Textil- und Interiorbranche prägen.

Moderner Meetingbereich mit grosser Pendelleuchte
MATERIATEK, Fotos: Atelier minHuy
Präsentationsraum mit Stuhlreihen und Backsteinwand
MATERIATEK, Fotos: Atelier minHuy
Offener Arbeitsbereich mit Vorhängen und Tischen
MATERIATEK, Fotos: Atelier minHuy
Heller Dachraum mit Galerieblick
MATERIATEK, Fotos: Atelier minHuy
Materialmuster im Regal mit Glasfront
MATERIATEK, Fotos: Atelier minHuy
Treppenbereich mit Metallgitter und Sitzmöbeln
MATERIATEK, Fotos: Atelier minHuy
Mauro Brigham

Mauro Brigham

Creative Director, ncbham // Gründer, Materiatek

Er ist Innenarchitekt und kreativer Unternehmer mit einer globalen Perspektive, geprägt durch seine Arbeit in Portugal und Belgien. Als Leiter von ncbham realisiert er Räume, die Qualität, Funktionalität und Bedeutung vereinen. Mit Materiatek gründete er die führende unabhängige Materialbibliothek der Benelux-Länder. Zudem ist er Vorsitzender der AINB, des belgischen Verbands der Interiorarchitekt:innen.

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