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Mauro Brigham, Gründer von ncbham und Materiatek, ist ein multidisziplinär arbeitender Designer an der Schnittstelle von Architektur, Interior Design und Materialinnovation. Geprägt durch Stationen in Portugal und Belgien bringt er eine branchenübergreifende Perspektive ein, die Kreativität, Funktionalität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
Entwerfen aus dem Kontext heraus – nicht bei null beginnen
Gestaltung beginnt selten auf einem weißen Blatt. Häufig bildet vielmehr ein bestehender Rahmen den Ausgangspunkt: ein Gebäude, die Geschichte einer Marke, technische Vorgaben oder die Verfügbarkeit bestimmter Materialien. Für Mauro sind diese Bedingungen keine Einschränkungen, sondern strategische Startpunkte. Er betont die Bedeutung eines tiefen Kontextverständnisses – von architektonischen Strukturen über die Historie der Auftraggeber bis hin zu Produktionsbedingungen und Materialeigenschaften.
Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die sowohl eigenständig als auch realisierbar sind. Diese Haltung spiegelt typische Herausforderungen der Textilindustrie wider, in der Innovation oft innerhalb klar definierter Parameter entsteht – etwa Budgetvorgaben, Zertifizierungen oder Lieferkettenrestriktionen.
Einschränkungen und Materialien als kreativen Vorteil nutzen
Fehler, so Mauro, sind ein essenzieller Bestandteil des Designprozesses. Er erinnert sich an Projekte, bei denen enge Budgets oder begrenzte Materialoptionen zu besonders ressourceneffizienten und nachhaltigen Ergebnissen geführt haben. In textilen Projekten bedeutet dies häufig, den Materialeinsatz zu optimieren, Abfälle zu reduzieren oder Alternativen mit geringerer Umweltbelastung zu wählen.
Voraussetzung dafür ist ein kontinuierlicher Überblick über Materialinnovationen – von recycelten Fasern und neuen textilen Konstruktionen bis hin zu aufkommenden biobasierten Alternativen. Ein enger Dialog mit Herstellern ermöglicht es Designerinnen und Designern, technische Entwicklungen in marktfähige Lösungen zu übersetzen.