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Der Geschäftsführer aus dem oberfränkischen Langenbach im Frankenwald hat gleich zwei sehr unterschiedliche textile Systeme entwickelt – ein Drainagetextil unter anderem für moderne Gründächer und ein Heiztextil für Gebäude, Fahrzeuge und industrielle Anwendungen. Beide Innovationen haben eines gemeinsam: Sie entstehen aus praktischem Denken, jahrelanger Erfahrung im Maschinenbau und dem Blick dafür, wie textile Strukturen Probleme lösen können.
Mario Browa kommt aus dem Textil-Sondermaschinenbau. Seine berufliche Laufbahn begann bei der Liba Maschinenfabrik, einem Spezialisten für Wirk- und Textilmaschinen. Dort absolvierte er seine Ausbildung zum Industriemechaniker, machte später seinen Meister und arbeitete sich bis zum Bereichsleiter hoch. Eines der prägendsten Projekte dieser Zeit war die Einführung der Textilproduktion für den BMW i3 und i8. „Das waren im Grunde textile Autos“, sagt Browa rückblickend. Als sein Arbeitgeber verkauft wurde, entschied er sich für die Selbstständigkeit.
Die Idee eines Drainagetextils
Der Ausgangspunkt seiner ersten Entwicklung lag weit entfernt von großen Bauprojekten oder internationalen Forschungskooperationen. Die Idee entstand aus praktischer Erfahrung, aus Beobachtung und aus Browas Fähigkeit, textile Strukturen anders zu denken. Dabei beobachtete er, wie Wasser in bestimmten Situationen problematisch wurde – etwa auf befestigten Flächen oder in Gewächshäusern. Gleichzeitig erkannte er, wie stark textile Strukturen Wasser beeinflussen können. In der Folge entstand schließlich ein Drainagetextil, das heute unter anderem für Gründächer eingesetzt wird. Das Prinzip: Polyesterfäden transportieren Wasser über Kapillaren nach oben, ein Hohlraum ermöglicht Verdunstung und verzögert den Abfluss. Ziel ist es, Starkregen kontrolliert zurückzuhalten und zeitversetzt abzugeben. Genau darin liegt weltweit eine der großen Herausforderungen moderner Städte: Kanalisationen geraten bei Extremwetter zunehmend an ihre Grenzen.
Von Oberfranken in die Welt
Was auffällt, wenn Mario Browa über seine Entwicklungen spricht: Vieles entsteht aus direkter Beobachtung und praktischer Erfahrung. Er denkt weniger in Hochglanzpräsentationen als in Funktionen, Materialien und Anwendungen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum seine Ideen so viele Branchen erreichen. Die Nachfrage ist inzwischen international. Anfragen kommen aus China, Australien, Kanada, Südamerika und ganz Europa. Besonders im Bereich des Heiztextils ist das Interesse enorm. „Wir haben zum Teil mehrere hundert Anfragen pro Woche“, erzählt Browa.
Trotzdem ist Browatech noch immer ein kleines Unternehmen. Genau darin liegt für Browa aktuell die größte Herausforderung: Produktion, Finanzierung und Wachstum müssen mit der Nachfrage Schritt halten. Er spricht offen über die Belastungen der vergangenen Jahre – über Patentstreitigkeiten, finanzielle Risiken und den enormen Druck, neue Technologien tatsächlich in den Markt zu bringen. Gleichzeitig bleibt er bodenständig. „Am Kunden scheitert es nicht“, sagt er mit einem Lächeln. Die eigentliche Aufgabe bestehe nun darin, die Systeme hochzufahren und die richtigen Partner einzubinden.
Dabei setzt Browatech bewusst auf Kooperationen mit Handwerk, Gebäudetechnik und Industrie. Installiert werden die Systeme nicht vom Unternehmen selbst, sondern über Fachpartner und Netzwerke. Browa konzentriert sich lieber auf das, was er am besten kann: textile Lösungen entwickeln, Maschinen verstehen und Ideen in funktionierende Produkte verwandeln.
Und genau darin liegt vielleicht die eigentliche Stärke von Browatech. Denn sowohl das Drainagetextil als auch das Heiztextil zeigen, wie vielseitig textile Technologien heute sein können – weit über Bekleidung oder klassische technische Textilien hinaus. Wenn man sich mit Mario Browa unterhält, spricht kein glatter Start-up-Gründer mit Hochglanzvokabular, sondern ein Textilmaschinenbauer, der seine Ideen aus Werkstatt, Baustelle und Anwendung heraus entwickelt. Einer, der Muster in die Hand nimmt, Wasser beobachtet, Wärme spürt und daraus Systeme baut. Seine Textilien sehen leise aus. Ihre Wirkung könnte laut werden.