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Industrie 4.0: Texprocess zeigt erstmals “Digital Textile Micro Factory”

09.03.2017

Voll vernetzte textile Produktionskette live inszeniert

Alle Prozesschritte vom Design bis zum fertigen Textilprodukt

Auf dem Weg zur Industrie 4.0: Auf der kommenden Texprocess zeigt eine „Digital Textile Micro Factory“ eine integrierte Produktionskette für Bekleidung live. In Zusammenarbeit mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf und namhaften Unternehmen der Textilbranche zeigt die Texprocess in der Microfactory in Halle 6.0 die komplett vernetzte Produktion von Bekleidung – vom Design über den digitalen Druck bis hin zum automatischen Zuschnitt und zur Konfektion. Besucher der Texprocess durchlaufen die einzelnen Stationen der Microfactory auf einem vorgezeichneten Weg und erhalten an jeder Station Auskunft von Experten. Zudem werden Führungen angeboten.

„Gerade in Hinblick auf Fast Fashion bieten Microfactories die Möglichkeit, Ideen direkt umzusetzen und basierend auf kundenspezifischen Anforderungen neue Geschäftsmodelle zu erproben. Sie ermöglichen eine marktnahe Produktion und gewährleisten zudem einen optimierten Materialverbrauch und tragen so zu mehr Nachhaltigkeit in der Verarbeitung von Textilien bei“, so Olaf Schmidt, Vice President Textiles and Textile Technologies bei der Messe Frankfurt.

„Die Nachfrage nach individualisierten Produkten erfordert eine Flexibilisierung der Produktion. Serienfertigung mit gleichzeitig immer kleineren Losgrößen bis hin zur Losgröße 1 macht industriell gefertigte individuelle Produkte erst möglich. Diese voll automatisierten und vernetzten Prozesse sind heute durch die Digitalisierung umsetzbar“, ergänzt Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies.

Stationen der Digital Textile Microfactory

Erste Station der Microfactory ist der Bereich CAD/Design. Mithilfe Computergestützten Designs (CAD) und der 3D-Simulationssoftware Vidya werden kreative Entwürfe virtuell erzeugt oder angepasst. Die erzeugten Daten werden sofort mit Daten für den weiteren Prozess wie Digitaler Textildruck, Zuschnitt und Nähen kombiniert. Partner des Bereiches Design ist Assyst, ein Unternehmen der Human Solutions Gruppe.

Die nächste Station (Druck) zeigt den großformatigen Inkjetdruck in Form von Sublimationsdruck auf Polyester sowie Pigmentdruck auf Baumwolle und Mischgewebe. Fertigungsaufträge können hier flexibel kombiniert und mit unterschiedlichen Druckparametern farbverbindlich gedruckt werden. Für optimale Druckergebnisse sorgen an dieser Station die Hardware- und Softwarepartner Caddon Printing and Imaging, Ergosoft und Mimaki sowie Coldenhove und Monti Antonio.

Es folgt der Bereich Zuschnitt. An dieser Stelle der Produktionskette müssen zunächst die Aufträge berührungslos identifiziert werden. Die Identifikation ermöglicht das automatisierte Laden der entsprechenden Zuschnittdateien. Zuführsysteme am Cutter gewährleisten einen möglichst verzugfreien Transport des Materials. Kamerasysteme erkennen Zuschnittpunkte, wodurch der Zuschnittpfad optimiert und ein Schnittergebnis in bester Qualität gewährleistet werden kann. Partner des Bereichs Zuschnitt ist das Unternehmen Zünd.

Während der anschließenden Konfektion werden die zugeschnittenen Aufträge ebenfalls kontextspezifisch identifiziert und zum Kleidungsstück zusammengefügt. Der Bereich zeigt die Identifikation der Aufträge und den Nähvorgang auf neuesten Nähmaschinen, die auch mit dem Internet verbunden werden können, ebenso wie das Ultraschallschweißen. Partner des Bereichs sind Dürkopp Adler und Pfaff.

Energieeffiziente Messeneuheiten erwarten die Besucher im Bereich der Handbügeltechnik und Dampferzeugung an der Station „Finishing“, welche trotz stetiger Automatisierung noch immer ein wesentlicher Bestandteil bei der Produktion und Aufbereitung von Textilien ist. Partner der Station ist Veit.

Im letzten Produktionsschnitt (Labeling) werden die konfektionierten Stücke mit Schriftzügen und grafischen Details versehen, die später waschbar, bügelbar und für Trockner geeignet sind. Partner der Station ist Seripress.

Weitere Partner der Microfactory auf der Texprocess sind Eschler Textil und Schoeller Textil.

Die Digital Textile Microfactory lockte bereits auf der letzten Ausgabe der Heimtextil im Januar dieses Jahres zahlreiche interessierte Besucher. In der Microfactory auf der Texprocess präsentieren sich die teilnehmenden Unternehmen nun im Umfeld der bekleidungsverarbeitenden und technologieorientierten Branche.

Die Texprocess findet parallel zur Techtextil statt, internationale Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe (ebenfalls vom 9. bis 12. Mai 2017). Zur Texprocess und Techtextil 2015 kamen insgesamt 1.662 Aussteller aus 54 Ländern und 42.000 Fachbesucher. Über 13.300 Fachbesucher sahen die Texprocess. Hinzu kamen rund 7.600 Wechselbesucher der parallelen Techtextil.

- aktualisiert: April 2017 –

Hintergrundinformation Messe Frankfurt
Die Messe Frankfurt ist mit mehr als 640* Millionen Euro Umsatz und 2.364* Mitarbeitern eines der weltweit führenden Messeunternehmen. Die Unternehmensgruppe besitzt ein globales Netz aus 30 Tochtergesellschaften und 55 internationalen Vertriebspartnern. Damit ist die Messe Frankfurt in 175 Ländern für ihre Kunden präsent. An rund 50 Standorten in der Welt finden Veranstaltungen „made by Messe Frankfurt“ statt. Im Jahr 2016 fanden unter dem Dach der Messe Frankfurt 138* Messen statt, davon mehr als die Hälfte im Ausland. Die 592.127 Quadratmeter große Grundfläche des Messegeländes umfasst zehn Hallen. Weiterhin betreibt das Unternehmen zwei Kongresszentren. Für Events aller Art ist die historische Festhalle einer der beliebtesten Veranstaltungsorte Deutschlands. Die Messe Frankfurt befindet sich in öffentlicher Hand, Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.
Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com
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