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Techtextil 2017: Inspirierende Architektur: Acht internationale Projekte erhalten Auszeichnung für „Textile Strukturen für neues Bauen“

10.05.2017

Studentenwettbewerb der Techtextil prämiert Traglufthallen, Wohnzelt für Flüchtlinge, Betontextil und smarte Fassadenelemente

Ob textilbewehrter Beton, Gewebe für Leichtbaukonstruktionen oder funktionalisierte Textilien: Auf der Techtextil (9. bis 12.5.), internationale Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe, erwartet Architekten, Bauherren, -ingenieure und -planer ein breites Angebot faserbasierter Materialien im Anwendungsbereich Buildtech.

Passen dazu stehen pünktlich zur Eröffnung die Gewinner des Studentenwettbewerbes „Textile Strukturen für neues Bauen“ der Techtextil fest. Eine internationale Jury aus renommierten Bauingenieuren und Architekten hat acht Preise in verschiedenen Kategorien vergeben. Mit dem Studentenwettbewerb prämiert die Techtextil alle zwei Jahre  die Ideen von Studenten und Young Professionals zum Bauen mit Textilien und texilarmierten Werkstoffen.

„Die ausgezeichneten Projekte überzeugten die Jury mit ihrer Inspirationskraft und neuen Blickwinkeln in der Architektur. Die Bandbreite reichte von optisch ansprechenden Traglufthallen oder verbesserten Wohnbereichen für Flüchtlingslager bis zu flexiblen, leichten Außenhäuten, textilen Inneneinrichtungssystemen bis hin zu smarten Fassadenelementen und Webstrukturen aus Beton“, so Michael Jänecke, Brand Manager Technical Textiles and Textile Processing bei der Messe Frankfurt. „Die Projekte stehen exemplarisch für die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten textiler Strukturen in Architektur und Bau.“

Die Jury vergab drei Preise in der Kategorie Makro-Architektur, zwei in der Kategorie Mikro-Architektur, zwei Preise in der Kategorie Material Innovation und einen Preis in der Kategorie Composites und Hybridstrukturen. Gemeinsam mit dem Verband TensiNet überreicht die Messe Frankfurt die Preise während der Techtextil am 9. Mai um 16 Uhr auf der Sonderfläche des Studentwettbewerbes (Halle 4.1 Stand H41).

Unterstützt durch den internationalen Verband TensiNet, zeichnet die Techtextil mit dem Preis Studenten und Young Professionals der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und Produktdesign aus. Verantwortlich für die fachlich-wissenschaftliche Betreuung ist Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart.

Das sind die ausgezeichneten Projekte:

Den ersten Preis in der Kategorie Makro-Architektur erhält Katrin Fleischer von der Technischen Universität München für ihr „Deployable Roof“. Dabei handelt es sich um eine mobile Überdachung, bestehend aus aus einem auffaltbaren Stützgitter in der Form eines Tonnengewölbes und einer integrierten, durch biegeaktive

Leisten gespannte Membranabdeckung. Platz zwei geht an Margarita Fernández Colombás, Miguel Ángel Maure Blesa, Raquel Ocón Ruiz und Hugo Cifre von der Universidad Europea in Madrid für ihren „Espacio de la Nube“. Das Projekt basiert auf der Technologie pneumatischer Zelte, die von Tennishallen-Überdachungen bekannt ist. Die Jury hob die Vielschichtigkeit des Projektes auf ästhetischer, konstruktiver und räumlicher Ebene hervor. Den dritten Platz in der Kategorie belegt Ahmad Nouraldeen von der Fachhochschule Anhalt für seinen Entwurf eines Wohnzeltes für Flüchtlingslager. Das Zelt erinnert in Form und Fuktionalität an die Zelte amerikanischer Indianer, integriert zugleich jedoch erneuerbare Energien und verbessert die Lebenssituation der Bewohner durch Wärmeschutz und Belüftung.

Platz eins in der Kategorie Mikro-Architektur geht an Luani Costa von der Universidade do Minho in Portugal für ein smartes Fassadenelement. Das adaptive System besteht aus dreiecksförmigen Membranelementen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit als Reaktion auf die jeweiligen Umgebungsbedingungen wie Wind, Regen und Sonneneinstrahlungen nach den Wünschen der Nutzer geöffnet oder geschlossen werden können. Platz zwei geht an Julia Mayer von der Technischen Universität Wien für ihr Konzept „Tryplo“, eine Neuinterpretation eines Baukastensystems aus textilen Bausteinen. Die Bausteine sind modular auf der Geometrie des Tetraeders aufgebaut und lassen sich zu räumlichen Strukturen verbinden. Neben spielerischen Anwendungen bieten sich  Einsatzmöglichkeiten wie Möbel oder textile Strukturen.

In der Kategorie Material Innovation geht Platz eins an Natascha Unger und Idalene Rapp von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee für ihr „Stone Web“. Der Projektbeitrag illustriert eine der wesentlichsten Grundlagen des Entwerfens im Leichtbau und kann als zukunftsweisend für den Einsatz faserbasierter Strukturen in der Welt des Bauens gesehen werden. Platz zwei belegen Malu Lücking, Rebecca Schedler, Jack Randol (ebenfalls Kunsthochschule Berlin-Weißensee) für „Shifting Stone“, ein vorgefertigtes Basaltgewebesystem, das in eine Fassade integriert werden kann.  Der Shifting Stone-Beitrag visualisiert und nutzt das faszinierende Spannungsverhältnis zwischen einer Faser aus einem der härtesten Steine und der Verwandlung in ein flexibles, selbstaktives System.

Bei der Herstellung des Betontextils wird ein textiler Schlauch mit Hochleistungsbeton befüllt. Das so entstehende Filament ist unmittelbar nach dem Einbringen der Füllmasse formbar und beweglich und kann im Verbund mit weiteren derartigen Filamenten zu Geweben, Gestricken oder Gewirken verarbeitet werden.

Die ausgezeichneten Arbeiten werden während der gesamten Messedauer in einer Sonderschau in ausgestellt.

Notiz für die Redaktion:
Bildmaterial zum Download finden Sie hier: http://m-es.se/t8MP


Hintergrundinformation Messe Frankfurt
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