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Neonyt: Die Zukunft der Denim-Produktion

09.05.2019

Wie kann eine umweltschonende und wassersparende Jeans-Produktion aussehen? Neonyt hat sich dieses Jahr ganz dem zukunftsrelevanten Thema „Wasser“ verschrieben und setzt im Juli einen Schwerpunkt auf progressive Ansätze zum Thema Denim.

„Es ist höchste Zeit für die Modebranche, sich dem Thema Wasser umfassend und konsequent zu widmen. Insbesondere gilt das für die ressourcenintensive Denim-Industrie“, so Thimo Schwenzfeier, Show Director der Neonyt. „Wir bringen Unternehmen zusammen, die innovative Produktionsprozesse und visionäre Lösungsansätze entwickelt haben, und leisten so einer nachhaltigeren Entwicklung der Modebranche Vorschub.“

Denim: ikonischer Dauerbrenner mit wasserintensiver Produktion

Ob als Jacke, Hose oder Overall – Denim zählt zu den beliebtesten, vielseitigsten und robustesten Stoffen in der Modebranche. Durchschnittlich acht Paar Jeans hat jeder Deutsche in seinem Kleiderschrank.* Die Schattenseite: Auch als Umweltsünder führt das blaue Textil die Liste an. Ganz besonders in Bezug auf die begrenzte und zunehmend knappe Ressource Wasser. Der Wasserverbrauch in der konventionellen Jeansproduktion ist immens. Die Herstellung einer einzigen Jeans verbraucht bis zu 7.000 Liter Wasser.** Diese Zahl setzt sich aus den unterschiedlichen Produktionsschritten zusammen: Angefangen beim wasserintensiven Baumwollanbau in oftmals regenarmen Regionen, der für den Großteil des Verbrauchs verantwortlich ist. Hier kommen zudem Düngemittel und Pestizide zum Einsatz, deren Produktion wiederum erhebliche Mengen an Wasser verbraucht und die zudem das Grundwasser verschmutzen. Darauf folgen die Nassprozesse Färben, Wäscherei und Ausrüstung der Stoffe und damit das Kernproblem der Denim-Branche, denn die Chemikalien, die den Jeans den gewünschten Look verleihen, müssen in zahlreichen Waschgängen ausgewaschen werden. Das ungereinigte Abwasser wird in den Produktionsländern häufig in die Umwelt entsorgt, da Kläranlagen fehlen. Die Weltbank schätzt, dass ganze 17 bis 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung aus dem Färben und Veredeln von Textilien resultieren.

Wasser – eine zunehmend begrenzte Ressource

Wie wichtig es ist, die Ressource Wasser zu schützen und einen Wandel in der Modebranche herbeizuführen, zeigen die Zahlen des aktuellen UN-Weltwasserberichts 2019: Der weltweite Wasserverbrauch steigt kontinuierlich. Aufgrund des Bevölkerungswachstums, neuer Konsummuster und des Klimawandels ändern sich die Verfügbarkeit und die Qualität des Wassers aktuell drastisch. Derzeit haben 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser. Zudem leben über zwei Milliarden Menschen weltweit in Staaten mit hohem Wasserstress. Das bedeutet, dass in diesen Staaten mehr als ein Viertel der erneuerbaren Wasserressourcen genutzt werden. 22 Länder verwenden sogar mehr als 70 Prozent, darunter beispielsweise Ägypten oder Pakistan – Länder, in denen unter anderem der Baumwollanbau gewaltige Wasserressourcen benötigt.

Neonyt zeigt neue Wege auf

Wie kann die Modeindustrie – insbesondere die Denim-Branche – ihren globalen Impact hinsichtlich Wasserverbrauch und Wasserverschmutzung minimieren und aktiv dazu beitragen, diese lebenswichtige Ressource zu erhalten? Wie können Chemikalien vermieden werden? Wie der Wasserverbrauch gesenkt werden? Welche Recycling-Methoden bieten neue Lösungsansätze? Die Neonyt stellt eine Reihe progressiver Unternehmen vor, die neue Wege in der Denimproduktion einschlagen und vielseitige Lösungsansätze entwickeln – von wassersparendem Bio-Baumwollanbau über chemikalienarme Färbeprozesse und alternative Verfahren wie Laserstrahlen statt Bleichen mit Chlor bis hin zu innovativen Wasseraufbereitungsanlagen und Denim aus recycelten Materialien.

Zwei Beispiele: Mud Jeans und Feuervogl

Das Ideal einer zirkulären Ökonomie setzt das niederländische Unternehmen Mud Jeans in die Tat um: Seit 2013 können Kunden des Labels nachhaltig produzierte Jeans leasen statt sie zu kaufen. Das System gewährleistet, dass das Unternehmen Eigentümer der wertvollen Rohstoffe bleibt und jedes Kleidungsstück recycelt wird. So werden beachtliche Mengen an Wasser, Energie und Ressourcen gespart, da weniger neue Baumwolle kultiviert und verarbeitet werden muss. Reparaturen werden zudem kostenlos angeboten.

Auch beim unterfränkischen Label Feuervogl, das eine vollständige GOTS-Zertifizierung vorweist, gehören Stoffe aus 100 Prozent Bio-Baumwolle, faire Arbeitsbedingungen und Vermeidung schädlicher Chemie zur Unternehmens-DNA. Feuervogl lässt in einem Familienbetrieb im polnischen Poznan produzieren und hält somit die Transportwege kurz. In der angegliederten Wäscherei werden die Jeans zum Beispiel durch Ozon anstelle von Chlor oder anderen Chemikalien aufgehellt. Ebenso werden Effekte durch Lasertechnologie erzeugt, wodurch Wasser und Energie gespart werden können. Beim Waschen wird auf die Klärung aller Abwässer geachtet. Letztlich sind alle Treatments energie- und wassersparend.

Denim Panel in Kooperation mit Textile Exchange

Zeitgleich zur Neonyt Trade Show präsentieren hochkarätige Redner im Rahmen der angeschlossenen Konferenz Fashionsustain Best-Practice-Beispiele und diskutieren über Lösungsansätze – beispielsweise am 3. Juli 2019 im Rahmen einer Diskussionsrunde der Non-Profit-Organisation Textile Exchange mit internationalen Experten aus der Denim-Branche. So wird die Neonyt erneut zum zentralen Hub für lösungsorientierten Austausch und konkretes Handeln rund um Mode, Nachhaltigkeit und Innovation.

 

*Quelle: Vente Privee: Deutschlands große Jeans-Umfrage 2015
** Quelle: Greenpeace: Wegwerfware Kleidung. Repräsentative Greenpeace-Umfrage zu Kaufverhalten, Tragedauer und der Entsorgung von Mode

 

Termine
Neonyt Trade Show 2. bis 4. Juli 2019
Fashionsustain 3. und 4. Juli 2019
Thinkathon 1. bis 2. Juli 2019
Prepeek 2. bis 4. Juli 2019

Presseinformationen & Bildmaterial:
www.neonyt.com/presse

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Ansprechpartner Presse:
KERN.
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Hintergrundinformation Messe Frankfurt
Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress- und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Mehr als 2.500* Mitarbeiter an 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 715* Millionen Euro. Mittels tiefgreifender Vernetzung mit den Branchen und eines internationalen Vertriebsnetzes unterstützt die Unternehmensgruppe effizient die Geschäftsinteressen ihrer Kunden. Ein umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau und Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie. Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.
Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com

* vorläufige Kennzahlen 2018

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