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... Dr. Christina Dean, Gründerin von Redress und Co-Gründerin von The R Collective.
Der Redress Design Award ist weltweit bekannt – welches Ziel haben Sie vor Augen, das sie weiter antreibt?
Der Redress Design Award ist der weltweit größte bildungsorientierte, nachhaltige Design-Wettbewerb für heranwachsende Modedesigner. Man kann sich noch bis zum 13. März 2018 bewerben. Jahr für Jahr kultivieren und identifizieren wir die innovativsten, kreativsten und couragiertesten Designer der Welt, die eine starke Zugkraft für einen Wandel generieren. Es ist ziemlich einfach, hoch motiviert zu sein, wenn man für dieses Projekt arbeitet; wir dürfen sie treffen, mit ihnen zusammenarbeiten, durch sie begeistert und inspiriert werden – die nachhaltigen Gradmesser und Designtalente einer neuen Generation. Und unser Drive ist unser klares Bekenntnis Mode nachhaltiger zu machen, denn wie wir wissen, werden schätzungsweise 80% der Umweltauswirkungen eines Produktes während des Designprozesses festgelegt. Und wir wissen, dass wir mit unserer Bildung unsere Zukunft so gestalten können, wie wir sie brauchen.

Im Moment spricht jeder über die Verbindung zwischen technischen Innovationen und Umweltbewusstsein um wirklich nachhaltige Ziele zu erreichen. Glauben Sie auch an diese Vision?
Ich habe große Hoffnungen für die Zukunft generell; das muss man in meiner Rolle, sonst wäre es schwierig, die Herausforderungen zu überwinden, die meine Arbeit mit sich bringen. Technologischer Fortschritt wird gesehen wie ein Ritter in glänzender Rüstung, der uns irgendwie retten wird und Mode nachhaltiger macht, aber das ist zu leicht. Das ist zu einem großen Teil Wunschdenken. Wir sind nämlich noch weit davon entfernt, die Innovationen, die im Labor unfassbar spannend sind, skalierbar für die große, böse, reale Welt zu machen. Statt unsere Hoffnungen nur auf die Technologie zu stützen, sollten wir die entscheidenden drei Zutaten nähren und miteinander vereinen: wahre künstlerische Kreativität, nachhaltige Prinzipien und technische Innovation.

Was ist Ihre nachhaltige Vision für die Textilindustrie?
Natürlich, alle bauen auf die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, um die komplette Mode- und Textilindustrie nachhaltiger zu machen. Falls und wenn diese erfolgreich funktionieren, erlaubt uns das, Ressourcen, die wir derzeit als Abfall bezeichnen, wiederzuverwenden und gleichermaßen ökonomische, ökologische und soziale Nutzen daraus zu ziehen. Gangbare kreislauffähige Lösungen in der textilen Wertschöpfungskette zu erschließen, ist sicherlich meine Vision für die Zukunft.

Aber wir sind auch noch mit anderen Herausforderungen konfrontiert – mit Überkonsum, Überproduktion und Abfall – die immer häufiger thematisiert werden. Darin liegen große Chancen, die Industrie zu verändern. Ich arbeite nun mehr als zehn Jahre in dieser Branche und sehe im Moment immer mehr einflussreiche Größen – von Mainstream-Modejournalisten und Influencern bis hin zu Akademikern, die sich diesen großen Themen stellen und erkennen: „Wir kaufen, konsumieren einfach zu viel und werfen zu viel weg“. Wenn sich dieser Gedanke weiter verbreitet und wir unsere Spaß- und Konsumkultur neu bewerten und neu beurteilen, dann werden neue Werte hin zu einem Konsumwandel wichtig, dahingehend, dass die Menschen bewusster konsumieren. Die Textilindustrie wird einen Teil des Preises dieser Entwicklung zahlen müssen, dadurch dass sich Angebot und Nachfrage verändern und – wie ich glaube – die Besseren belohnt und den Rest begraben wird. 

https://www.redressdesignaward.com

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