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Eine Dimension weiter

Aus Licht und Sauerstoff – Adidas bringt den Futurecraft 4D auf den Markt
Adidas hat sich im Bereich der additiven Fertigung selbst überholt. Es ist noch nicht lange her, da hat der Sportartikelkonzern aus Herzogenaurach den Futurecraft 3D vorgestellt, und schon gehören die Sneaker, hergestellt im 3D-Druckverfahren, wieder der Vergangenheit an. Die Zukunft gehört dem 4D-Printing, sprich additiv gefertigten Strukturen (z.B. durch 3D-Druck), die sich durch Einflüsse wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Licht verändern. Adidas setzt hier auf die digitale Lichtsynthesis. Dabei werden programmierbare flüssige Harze mit digitaler Lichtprojektion und Sauerstoff zu einer Zwischensohle für personalisierte High Performance Schuhe gegossen. Das Verfahren hat Adidas in Kooperation mit dem im Silicon Valley ansässigen Tech-Unternehmen Carbon revolutioniert. Entstanden ist der Futurecraft 4D, das weltweit erste Produkt aus Licht und Sauerstoff.

„Neue Technologien haben mittlerweile zu Verbesserungen in fast allen Aspekten unseres Lebens geführt. Dennoch befolgt der Fertigungsprozess seit Urzeiten dieselben vier Schritte, die den Produktentwicklungsprozess ausmachen – Design, Prototyp, Werkzeug und Fertigung. Carbon hat das geändert, wir haben den Zyklus unterbrochen und den direkten Weg vom Design zur Fertigung geschaffen. Wir befähigen Ingenieure und Designer dazu, vorher unausführbare Designs zu entwickeln und ermöglichen Unternehmen, ihr Angebot weiterzuentwickeln. Futurecraft 4D ist der Beweis“, erklärt Carbon-CEO Dr. Joseph DeSimone die Vorteile des innovativen Verfahrens. Die digitale Lichtsynthesis soll ein integraler Teil der Adidas Speedfactory werden – eine Produktionseinheit, die unabhängig von Zeit und Ort maßgeschneiderte Produkte für Konsumenten herstellt, die auf individuellen physiologischen Daten basieren. Damit revolutioniert Adidas den herkömmlichen Herstellungsprozess der Textil- und Bekleidungsbranche; personalisierte Produkte lokal gefertigt werden massentauglich.

Bleibt die Frage, warum 4D statt 3D? Der 3D-Druck habe Defizite, heißt es bei Adidas: geringe Produktionsgeschwindigkeit und -skalierung, schlechte Oberflächenqualität und Farb- und Materialbeschränkungen. Der 4D-Druck per digitaler Lichtsynthesis scheint diese Probleme zu lösen. Noch in diesem Herbst sollen die ersten Modelle des Futurecraft 4D auf den Markt kommen. Bis Ende 2018 sollen es bereits 100.000 sein.

www.adidas-group.com