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Female Power

Leading Ladies of Fair Fashion

Female Power und Sustainability - zwei Megatrends, die einander wechselseitig animieren. Wer sind die Frauen in nachhaltigkeitsrelevanten Entscheidungspositionen und Schnittstellen, die die Branche maßgeblich beeinflussen? Und was ist ihr Statement zu einem Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Textil- und Modebranche? Gefragt hat Jana Kern.

Fair Trade ermöglicht uns, eine Prämie direkt an die Arbeiter zu zahlen. Sie können sie für die Dinge verwenden, die sie benötigen: Das kann ein finanzieller Bonus sein oder Unterstützung beispielsweise durch kostenfreie Kinderbetreuung, gesundes Essen, Wasserfilter oder Regenjacken. Vote with your dollars! Immer wenn Du Dir die Zeit nimmst, Deine Einkäufe zu hinterfragen und Produkte kaufst, die das FairTrade-Logo tragen, sendest Du eine positive Nachricht an die Marken. So können wir wirklich etwas verändern! Cara Chacon, Vice President, Social & Environmental Responsibility, Patagonia USA

„Mein Ziel ist eine faire und ökologische Textilproduktion. Dazu braucht es eine EU-Richtlinie, die Sorgfalts- und Transparenzpflichten bei den Produktionsbedingungen und der gesamten Lieferkette sicherstellt. Außerdem sollte GOTS europäisches Ökosiegel werden. Verbraucher haben ein Recht auf Textilien, die den Menschenrechtsstandards entsprechen. Darüber hinaus sollen sie Bio-Produkte beim Kauf erkennen können.“
Renate Künast, Mitglied des Bundestages, Bündnis 90/Die Grünen

Mode ist seit Jahrhunderten eine Quelle der Freude, Kreativität und Inspiration. Damit das so bleibt, müssen wir Mode, ihre Herstellung und ihren Gebrauch in der Zukunft überdenken. Ich glaube daran, dass es einen Wechsel von einem linearen zu einem Kreislaufsystem geben wird. Das wird nicht nur den Verbrauch natürlicher Ressourcen massiv bremsen, sondern auch den Weg für neue, innovative Wege der Modeproduktion und des Konsums ebnen.Außerdem hoffe ich, dass die Transparenz in der Modeindustrie weiter zunimmt, damit die Verbraucher noch mehr involviert werden und es einfacher für sie wird, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Anna Gedda, Head of Sustainability, H&M

„Wir stehen global vor großen und drängenden ökologischen wie sozialen Herausforderungen. Der Wirtschaft – und das gilt auch besonders für die weltweit produzierende Textilindustrie – kommt dabei eine wesentliche Rolle zu. Ich halte es für dringend notwendig, dass die Branche konsequent Verantwortung für Mensch und Natur entlang der gesamten Lieferkette übernimmt. Bei VAUDE nehmen wir diese Verantwortung sehr ernst. Wir haben uns dafür entschieden, durch und durch nachhaltig zu wirtschaften – weil wir zu einer lebenswerten Welt beitragen möchten und weil wir überzeugt sind, dass dies auch ökonomisch ein zukunftsfähiger Weg ist.“
Antje von Dewitz, Geschäftsführung, Vaude

"Viel zu lange bedeutete die Wahl einer nachhaltigeren Garderobe endlose Kompromisse bezüglich Stil und Performance. Es ist also eine große Erleichterung zu sehen, dass nachhaltige Mode immer mehr zum Mainstream wird, mit einer Auswahl, die einem breiteren Spektrum von Geschmacksrichtungen und finanziellen Möglichkeiten gerecht wird. Es ist noch ein weiter Weg bis wir alle Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit von unserer Einkaufsliste nehmen
können. Aber ich bin zuversichtlich, dass diese Entwicklung ein Dauerbrenner wird und nicht nur ein vorübergehender Trend bleibt"
Joanna Yarrow, Head of Sustainable & Healthy Living, Ikea

„Ich bin versucht zu sagen, dass die Zeit gekommen ist. Doch mein nächster Gedanke ist, dass wir mehr tun müssen. Sicher, wir haben Fortschritte gemacht. Zu oft bleiben nachhaltige Entscheidungen jedoch im Bereich eines einzelnen Produkts oder einer Kategorie. Echte Nachhaltigkeit muss im Kern der Unternehmensstrategie verankert sein und auf soliden Geschäftsprinzipien beruhen. Das Tempo
der Nachhaltigkeit innerhalb der Branche muss sich beschleunigen, wenn die Industrie überleben soll. Solange die gesamte Industrie diese Probleme nicht angeht, ist unsere Arbeit nicht getan.“
La Rhea Pepper, Managing Director, Textile Exchange

"Transparenz wird in den kommenden Jahren zu einem DER Schlüsselfaktoren für mehr Nachhaltigkeit in der Mode- und Textilbranche werden, ganz gleich ob im B2B- oder B2C-Bereich. Marken und Produzenten müssen für die positiven und negativen Auswirkungen ihrer Geschäftspraktiken gerade stehen – genauso wie die Konsumenten. In meiner Vision brauchen wir keine Leute wie mich mehr. Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen wird so aussehen, wie wir es tun – oder sogar besser: Sie wird mit Nachdruck eingefordert werden. Alle relevanten Aspekte betrachtet, ist das zweifellos das Geschäftsmodell mit dem geringsten Risiko, den stabilsten Renditen und den größten Chancen für Unternehmen, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben."
Dr. Pamela Ravasio, Head of CSR & Sustainability, European Outdoor Group

"Unternehmen in Deutschland müssen nicht haften, wenn Arbeits- und Menschenrechte in Billiglohnländern wie Bangladesch und Indien  verletzt werden. Tagtäglich nähen dort vor allem Frauen für Hungerlöhne unsere Kleidung. Sie leiden unter Überstunden, Schikane und Missbrauch. Deshalb spreche ich mich für gesetzliche Regeln aus, die Unternehmen zur Verantwortung ziehen, wenn sie ihrer Sorgfaltspflicht gegenüber Lieferanten nicht nachkommen. Unternehmen fordere ich auf, endlich für existenzsichernde Löhne zu sorgen und sicherzustellen, dass Frauen nicht weiter diskriminiert werden und sich frei organisieren dürfen, um für ihre Rechte zu kämpfen.“
Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende, Femnet e.V.

„Im Rahmen der Nachhaltigkeitsrevolution in der Textil- und Bekleidungsindustrie besteht die Notwendigkeit, das Thema Umweltauswirkungen gemeinsam anzugehen. Dies zeigt sich besonders in der Denim-Industrie, wo die Auswirkungen auf Wasser, Chemikalien und Abfall höher sind als in anderen Segmenten. Eine der größten
Herausforderungen für unsere Branche besteht darin, den Verbraucher dazu zu bringen, den Wert nachhaltiger Mode zu verstehen.“
Tricia Carey, Director Global Business Development, Lenzing Fibers

„Mode war schon immer ein Spiegel unserer Zeit und spiegelte in ihren inhaltlichen und kreativen Formen die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Trends der Zeit wider. Es ist daher ein positives Zeichen, dass sich viele Akteure der Modebranche jetzt mehr auf nachhaltige Lösungen konzentrieren - und dass wir allmählich die schmutzigen Machenschaften der Modeindustrie hinter uns lassen- um stattdessen zusammenzuarbeiten und positive Veränderungen herbeizuführen. Das ist ein Spiegel unserer Zeit auf den ich stolz bin.“
Christina Dean, Founder Redress and Co-Founder BYT

„Es ist nicht genug nur auf die Qualität der Produkte zu achten, die wir kaufen. Wir müssen sicherstellen, dass es Qualität in dem Leben der Menschen gibt, die sie herstellen.“
Orsola de Castro, Co-Founder and Director, Fashion Revolution

„Besser spät als nie! Wir haben eine große Aufgabe vor uns, um Bio-Baumwolle und faire Mode zu etablieren, die heute bei weniger als einem Prozent liegt. Es ist toll, neue nachhaltige Materialien für Kleidung und Schuhe zu sehen, und dass sie für Designer, Marken und damit auch für Kunden zugänglicher werden. ABER wir brauchen eine riesige, von der Regierung unterstützte Finanzierungs- und Unterstützungsinitiative, um das Bezahlungsfeld auszugleichen. Wie sollen wir Ethical-Marken im Wettbewerb um Preis und Angebot mit Fast-Fashion-Marken, die Sklavenarbeit und Synthetikfasern nutzen - beides nicht nachhaltig - bestehen? Wir brauchen auch große ethische Investitionen, um ethische Mode zur Norm zu machen! Wo sind sie? Es ist nicht fair zu erwarten, dass Verbraucher und Pioniermarken die ganze Arbeit machen.“
Safia Minney, Founder People Tree

„Was ist Mode? Mit Mode zeigen wir Stil und unsere Persönlichkeit. Sie gibt uns Freude, Anerkennung und manchmal auch Respekt. Mode zeigt die Schönheit und darum geht es. Ein wahrhaftig schönes Kleidungsstück ist von guter Qualität und kann weder mit schädlichen Chemikalien behandelt, noch von Kinderhand gefertigt worden sein.“
Magdalena Schaffrin, Creative Director, Greenshowroom and Ethical Fashion Show Berlin

„Eine nachhaltige Entwicklung in der Modebranche ist ein sehr feministisches Thema. Denn selbstkritisch betrachtet gehen Frauen durchschnittlich öfter shoppen, besitzen mehr Kleidung und sortieren öfter aus als Männer. Hinzu kommt, dass in den Textilfabriken oft junge Mädchen und Frauen unter prekären Verhältnissen arbeiten. Indem wir unser Konsumverhalten reflektieren, also bewusster und allem voran fair produzierte Kleidung kaufen, können wir uns als Frauen weltweit gegenseitig unterstützen und so zur Lösung dieser Probleme beitragen.“
Marie Nasemann, Model und Autorin, Fairknallt

„Dieser Wandel findet ja längst statt und ist weit mehr als ein bloßer Trend. Verbraucher, Brands, Händler, Presse und Politik  haben begonnen umzudenken – das ist wunderbar und motivierend! Es bleibt aber immer noch unglaublich viel zu tun, bis aus diesem Beginn das wird, was wir eigentlich für die Umwelt und Menschen in den Lieferländern wollen: eine nachhaltige Textil- und Modebranche.“
Heike Scheuer, Geschäftsstellenleiterin, Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN)

„Um den Textilmarkt wirklich zu verändern, müssen z.B. nachhaltig erzeugte Rohstoffe zu einem Massenphänomen werden, die alternativlos und ohne viel Aufhebens von allen und für alle angeboten werden können. Der Konsument sollte keine Wahl mehr haben müssen und Mensch und Umwelt würden davon profitieren.“
Tina Stridde, Geschäftsführerin, Aid by Trade Foundation

„Wandel beginnt immer im eigenen Kopf. Entscheider in den Unternehmen müssen mutig und bereit sein, kreative Wege zu gehen, z.B. durch neue Kalkulationsmodelle die Umwelt- und Sozialkosten in das Produkt einzurechnen. Verbraucher müssen gewillt sein, den tatsächlichen Preis eines Produkts zu zahlen. Alle sollten sich außerdem fragen, was passiert, wenn es keinen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit gibt.“
Claudia Kersten, Marketing Director, GOTS

„Die Bilder des Fabrikeinsturzes von Rana Plaza haben wir noch alle vor Augen. Dennoch, was hat sich seither getan? Nach wie vor arbeiten vor allem junge Frauen in den Nähfabriken dieser Welt unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dies muss endlich ein Ende finden. Gemeinsam mit vielen anderen Frauen und Männern setze ich mich dafür ein, dass verbindliche Instrumente geschaffen werden, mit denen Unternehmen verpflichtet werden, die Menschenrechte sowie international anerkannte soziale und ökologische Normen und Standards zwingend einzuhalten. Wir benötigen international gültige Arbeitsgesetze, deren Nichteinhaltung massiv sanktioniert werden kann. Menschenrechte und Umweltschutz müssen die oberste Maxime unternehmerischen Handelns werden und nicht die Profitmaximierung.“
Christiane Schnura, Koordinatorin, Kampagne für saubere Kleidung

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