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Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller über das Textilbündnis
Bis Ende 2017 müssen die Mitglieder des Textilbündnisses ihre Umsetzungspläne einreichen. Die Maßnahmen sind verpflichtend und werden extern verifiziert. Was erwarten Sie sich davon?
Mit dem Textilbündnis wollen wir Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreichen: Vom Anbau der Baumwolle, über das Färben der Fasern, das Nähen der Kleidung bis zum Verkauf. Dies können wir nicht im Alleingang. Für diese Herausforderung brauchen wir alle wichtigen Akteure: Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen. Jedes unserer fast 200 Mitglieder hat sich bis Ende 2017 zu konkreten Verbesserungen verpflichtet. Das sind – jedes Jahr – hunderte von Verbesserungen, die es ohne das Bündnis nicht geben würde. Von nachhaltiger Wassernutzung, über existenzsichernde Löhne in den Spinnereien, dem Kampf gegen Kinderarbeit bis zur Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien. Ich bin sicher, dass sich dieses Engagement für alle auszahlen wird. Für die Arbeiterinnen in den Baumwollfeldern genauso wie für die Unternehmen an der Kaufhauskasse. Denn niemand möchte mit seinem Einkauf für schlechte Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette mitverantwortlich sein. Selbstverständlich geht auch die Bundesregierung mit gutem Beispiel voran. Bis 2020 soll mindestens die Hälfte der Textilien, die für den Bund hergestellt werden – etwa für die Bundeswehr oder die Bundespolizei – nachhaltig beschafft werden.
 
Wohin wird sich das Textilbündnis Ihrer Meinung nach langfristig entwickeln?
Mit dem Textilbündnis sind wir international ein Vorreiter. Darauf können alle Mitglieder zurecht stolz sein. Wir wollen weiter wachsen. Unser Ziel ist, dass auf dem deutschen Textilmarkt in Zukunft kein Weg an einer Mitgliedschaft im Textilbündnis vorbei führt. Klar ist aber auch: Kaum ein Bereich ist so international aufgestellt wie der Textilsektor. Deswegen müssen wir unsere Ansätze internationalisieren. Hier stehen wir zum Beispiel mit der Europäischen Union im Gespräch.
 
Welchen Einfluss hat die bevorstehende Bundestagswahl auf die Arbeit im und am Bündnis?

Der Grundstein für das Textilbündnis ist gelegt. Wir decken bereits über die Hälfte des deutschen Textileinzelhandels ab. Das kann sich sehen lassen. Ebenso wichtig ist, dass wir sehr engagierte Mitglieder haben. Wir haben die Ziele gemeinsam auf Grundlage internationaler Grundsätze entwickelt und sind davon überzeugt, dass wir mit dem Bündnis in die richtige Richtung gehen. Unser aller Ziel ist es, dass sich Katastrophen, wie sie sich vor knapp vier Jahren in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ereignet haben, nicht wiederholen dürfen. Die Bundestagswahl wird daran nichts ändern.

www.textilbuendnis.com

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