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Zirkuläre Zukunft

Mistra Future Fashion gelingt erstmals das Recycling von Polyester-Baumwoll-Fasermischungen

Jacken aus alten PET-Flaschen, Jeans aus Denimabfällen, Taschen aus Ananasresten – Recycling ist einer der Zukunftstrends der Textil- und Modebranche. So innovativ die Methoden auch sind, von Closed Loop Ansätzen wie sie eine Kreislaufwirtschaft erfordern würde, sind sie jedoch meist noch weit entfernt. Kann es tatsächlich eine zirkuläre Modeindustrie geben? Die größte Hürde für einen Durchbruch im industriell skalierten Maßstab ist das Textile-to-Textile-Recycling. Warum? Die meisten Kleidungsstücke bestehen aus Mischgewebe, so etwa Baumwolle-Polyester. Die Zerlegung des Gewebes in seine Ausgangsmaterialien, sprich die sortenreine Trennung, ist mechanisch kaum möglich. Das führt dazu, dass hochwertige textile Produkte, die Eingang in einen Recyclingprozess finden, häufig als minderwertigere, downgecycelte Dämmstoffe verwendet werden. Bisher – denn im vergangen November gab das schwedische Forschungskonsortium Mistra Future Fashion nach sechs Jahren Forschung mit der Technologie „Blend Re:wind“ einen nach eigenen Angaben „Meilenstein für die Zukunft der globalen Textilrecyclingsysteme“ bekannt: Aus Fasermischungen aus Baumwolle und Polyester konnten erstmals neue Viscosefilamente hergestellt werden.

Vereinfacht gesagt, wird das Gewebe durch einen wasserbasierten chemischen Prozess getrennt. Es entstehen drei neue Materialien: Baumwolle wird in neue hochwertige Viskosefilamente umgewandelt und Polyester in zwei reine neue Monomere, die zu qualitativ hochwertigem Polyester repolymerisiert werden können. So gelingt den Forschern eine vollständige Wiederverwertung von Polycottonmischungen – mit Fokus auf eine gute Umsetzbarkeit innerhalb bestehender industrieller Prozesse.

Das Projekt „Blend Re:wind“ wurde 2011 ins Leben gerufen und mit 600.000 Euro Forschungsgeld von der Mistra-Forschungsstiftung, dem Rise Circle Economy Centre of Excellence und Sachleistungen von weiteren beteiligten Partnern gefördert. Mistra Future Fashion ist ein multidisziplinäres Forschungsprogramm, das auf einen systemischen Wandel in der Modeindustrie abzielt – hin zu Kreislaufwirtschaft. Dr. Gustav Sandin Albertsson stellte die innovativen Ansätze von Mistra Future Fashion auch während der vergangenen Berlin Fashion Week auf der Konferenz FashionSustain mit seiner Keynote „A New Responsible Fashion System – What does a new responsible fashion system look like? What interventions are needed to enable such a system?“ vor.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://mistrafuturefashion.com/rewind-recycles-cotton-polyester/
https://fashionsustain.messefrankfurt.com/berlin/en.html

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