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Aufschwung in Afrika

Afrika gewinnt an Selbstbewusstsein. Trendwatching-Autorin Lola Pedro gibt in ihrem Marktbericht „5 African Trends for 2018“ einen Ausblick in das Jahr 2018 und sieht einen Kontinent, der von sich reden machen wird.

Afrikas Markt wird 2018 an Auftrieb gewinnen, prophezeit Lola Pedro. In ihrem Artikel für die internationale Trendagentur TrendWatching filtert sie fünf übergreifende Entwicklungen heraus. Politische Umbrüche, gesellschaftliche Tendenzen, Nachhaltigkeit, soziales Engagement und smarte Technologien sieht sie als Ursprünge neuer, afrikanischer Innovationen, die 2018 auch global Aufmerksamkeit generieren werden.

Das Wirtschaftswachstum in Subsahara-Afrika hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Die World Bank meldet einen signifikanten Anstieg von 2,6% im Jahr 2017 gegenüber 1,3% im vorausgegangenen Jahr. Auch in der politischen Lage Afrikas hat es einige Umbrüche gegeben, beispielsweise durch Kenias Präsidentschaftswahlen, bei denen noch immer keine Einigung zwischen Opposition und Regierung in Sicht ist, und den Rücktritt des langjährigen Präsidenten Robert Mugabes in Simbabwe.

In diesen revolutionären Zeiten seien viele Afrikaner nicht länger bereit, Produkte oder Dienstleistungen, die den Geist des Postkolonialismus verkörpern, zu akzeptieren. Stattdessen seien sie auf dem Weg, ein neues Afrikabild in der globalen Wahrnehmung zu etablieren. Eine Folge davon sei, dass der Westen schon heute mit Blick auf Afrika neue Innovationen und frische Ideen entdecken kann, so die Autorin.

So hat The Serpentine Galleries beispielsweise im Juli vergangenen Jahres den Architekten Francis Kéré aus Burkina Faso beauftragt, den jährlichen, temporären Serpentine Pavilion in den Kensington Gardens in London zu entwerfen. Im Rahmen der Music Matters Kampagne hat  das Londoner Kaufhaus Selfridges im September 2017 eine Zusammenarbeit mit dem Superstar Davido und dem Designer Orange Culture, beide aus Nigeria, enthüllt. Damit seien die Serpentine Galleries und Selfridges am Puls der Zeit. Struktureller Rassismus und kulturelle Aneignung seien 2017 heiß diskutierte Themen gewesen, schreibt die Autorin. Immer mehr Prominente, politische Repräsentanten und Aktivisten seien nicht länger bereit, rückwärtsgewandte Darstellungen von Kultur und Rasse zu akzeptieren und forderten mehr mediale Sensibilität und Aufmerksamkeit. Erst vor wenigen Wochen hatte beispielsweise ein Foto auf der Website von H&M, das einen schwarzen Jungen mit einem grünen Kapuzenpulli mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" zeigte, weltweit Empörung ausgelöst.

Lola Pedro prophezeit, dass die Dekolonisation von Konsum im Jahr 2018 weiterhin eine tragende Rolle spielen wird. Subtil Stellung zu beziehen und afrikanische Ästhetik, Handwerk oder Kulturerbe einzubeziehen ohne ausbeuterisch vorzugehen, sondern unter Einbeziehung der Eigentümer des kulturellen Eigentums - durch Partnerschaften, die lokales Know-How nutzen oder Crowdsourcing-Plattformen – sei dabei von gewinnbringender Bedeutung für Unternehmen.

Lernen könne der Westen von Afrika allemal. Recycling und Upcycling seien beispielsweise schon lange alltägliche Praktik afrikanischer Gesellschaften und bedeutend für eine nachhaltigere Zukunft. Und auch in Punkto Digitalisierung werde Afrika nicht vom Westen abgehängt: Eine wachsende Start-Up Szene bringe führende Unternehmen der IT-Branche wie Google und Facebook dazu, in Afrika zu investieren. „Afrika befreit sich selbst, auf die afrikanische Weise“, schreibt Lola Pedro. 2018 wird spannend.

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