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Branchennews: Smart Textiles

Schlaue Kleidung

„Smart Textiles“, also intelligente Materialien, erobern momentan die Welt der Textilien. Branchengrößen wie H&M nutzten die letzten Monate, um neue Produkte zu entwickeln, die die Textilindustrie revolutionieren könnten. Von künstlichen Muskeln bis hin zu Stoffen, die ihre Temperatur selbstständig regulieren können, ist alles dabei.

September 2020

Die anhaltenden Corona-Pandemie hat die Gesellschaft vor viele neue Herausforderungen gestellt: Die Wirtschaft kam ins Stocken, Grenzen wurden geschlossen und die eigenen vier Wände dienten nicht nur als Zuhause, sondern auch als Arbeitsplatz. In den letzten Monaten kehrte in vielen Lebensbereichen aber auch Ruhe ein – eine Möglichkeit, um kreativ zu sein und innovative Ideen zu entwickeln. Auch die Textilbranche erkannte diese Chance: H&M stellte gemeinsam mit Boltware ihre neue “wearable love” Jacke vor, die mit Sensoren ausgestattet ist. Über Bluetooth können per App Signale als Berührungen an das Kleidungsstück gesendet werden. Die niederländische Designerin Pauline van Dongen hat bereits 2018 gemeinsam mit dem italienischen Jeanshersteller ItalDenim eine Jeansjacke mit eingearbeiteten Sensoren entworfen. Das intelligente Material reagiert auf Berührung und löst einen Impuls in der Jacke aus, die der Träger als angenehmes Gefühl im Rücken spürt. Auch wenn die Idee also nicht ganz neu ist, bekommt die Erfindung zu Zeiten von Social Distancing und Abstandsregelungen einen ganz neuen Wert: Trotz der Entfernung kann so körperliche Nähe gespürt werden.

„Smart Textiles“ – so werden Textilien mit intelligenten Funktionen genannt. Hinter dem Begriff verbergen sich viele Chancen – beispielsweise für Menschen mit Handicap. Textilien mit Memofunktion unterstützen die Greiffunktion bei Menschen mit motorischen Störungen. Durch künstliche Muskeln können elektrische Impulse Materialien außerdem verkürzen oder strecken und erleichtern bewegungseingeschränkten Personen den Alltag. Schutzkleidung neu gedacht: Einen besonderen Mehrwert bieten Materialien, die selbstständig die Außentemperatur messen – und ihre Temperatur anpassen können. Bei Feuerwehreinsätzen bieten sie so doppelten Schutz. Mithilfe von Datensammlung sollen smarte Textilien in der Zukunft ihre Träger auch vor Krankheiten warnen können – eine Vorstellung, die in diesen Zeiten sehr vielversprechend klingt.

Digitalisierte Kleidung: Materialwissenschaftler, Biowissenschaftler und Elektroniker arbeiten seit Jahren an den neuen Standards der Textilbranche. Das deutsche Netzwerk SmartTex aus Weimar bringt 65 Firmen und Forschungsinstitute zusammen, die sich zum Ziel gemacht haben, neue Produkte, Dienstleistungen und Technologien zu entwickeln. Auch Google, Apple und Co. sehen das Potential von Smart Textiles und investieren mittlerweile große Summen in diesem Bereich. Bis 2030 soll der Markt für die schlauen Textilien allein in Deutschland bei 4,2 Milliarden Euro liegen. Welche Materialien und Innovationen sich letztendlich wirklich durchsetzen, bleibt abzuwarten.

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