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Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies bei der Messe Frankfurt
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Nachgefragt: Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies bei der Messe Frankfurt

„Ein Wandel liegt in der Luft“

Menschen schützen, Ressourcen schonen, die Welt verbessern – dafür stehen die Agenda 2030 und die 17 Nachhaltigkeitsziele, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Auch in der Textil- und Bekleidungsbranche muss sich etwas ändern, um eine bessere Welt für alle zu ermöglichen. Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies bei der Messe Frankfurt, verrät, was sich hier in Sachen Nachhaltigkeit schon getan hat.

Februar 2021

Eins ist klar: Die Welt muss nachhaltiger werden – und damit auch die Textil- und Bekleidungsindustrie. Das Texpertise Network der Messe Frankfurt vereint die weltweit wichtigsten Textilmessen unter einem Dach und gibt wichtige Impulse für die ganze Branche. Wie sieht es hier in Sachen Nachhaltigkeit aus?

Ja, ein sehr wichtiges Thema! Nachhaltigkeit wird für die Messen im Texpertise Network immer relevanter. Die Neonyt, der globale Hub für Mode, Nachhaltigkeit und Innovation, nimmt in diesem Bereich sicher eine Vorreiterrolle ein. Ein weiterer, großer Schritt in diese Richtung ist außerdem unsere globale Zusammenarbeit mit dem United Nations Office for Partnerships und der Conscious Fashion Campaign. Hier nutzen wir den Einfluss der Mode, um die weltweit drängendsten Herausforderungen sichtbar zu machen: Auf unseren internationalen Branchenveranstaltungen sollen die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) veranschaulicht werden, um das Erreichen der Ziele zu beschleunigen. Mit der Kampagne können wir es mit Advocacy, Bildung und Einsatz schaffen, die Branche zu verändern – und den Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft für alle voranzubringen.

Auch Fashion Weeks stehen im Punkt Nachhaltigkeit in der Kritik. Doch es gibt Beispiele wie die Frankfurt Fashion Week, die den Kurs ändern wollen. Was unterscheidet die Frankfurt Fashion Week von anderen Fashion Weeks?

Das Credo der Frankfurt Fashion Week ist es, zukunftsweisend zu sein. Hierfür unerlässlich ist eine radikal nachhaltige Agenda. Auch in diesem Fall nimmt das United Nations Office for Partnerships mit der Schirmherrschaft für die Frankfurt Fashion Week eine wichtige Rolle ein. Was machen wir also beispielsweise anders? Zum einen wird die Integration der SDGs für die Ausstellenden zur Pflicht, Auszeichnungen wie der Nachhaltigkeitsaward sollen besonders innovatives Design fördern und nicht zuletzt integrieren wir das Fokusthema Sustainability auch in jegliche Veranstaltungen, Formaten oder Kongressen – der SDG Summit presented by Conscious Fashion Campaign oder das neue Messeformat „The Ground“ sind nur zwei Beispiele.

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche negative Auswirkungen auf die Textil- und Bekleidungsindustrie und alle daran beteiligten Menschen: wirtschaftliche Einbußen, Kündigungen und andere soziale Probleme entlang der Lieferkette. Doch dadurch bietet sie auch die Chance auf Veränderungen: Können wir hier wirklich auf einen Shift in der Branche hoffen oder entspricht das Wunschdenken?

Ein Wandel liegt in der Luft – das haben die letzten Jahre gezeigt. Auch schon vor Corona. Aber Sie haben schon Recht: Corona funktioniert hier als Katalysator für schon lange begonnene Veränderungen. Um ein neues System zu erschaffen, brauchen wir aber ein gesamtgesellschaftliches Umdenken – ein langfristiges und nachhaltiges Umdenken, ein „New Normal“ also.  Wie das geht? In dem alle in der Wertschöpfungskette wertgeschätzt  und Ressourcen schonend behandelt werden. Es gibt meiner Meinung nach keine Alternative zu diesem Shift, von dem Sie sprechen. Also ja: Es ist mein Wunsch, dass sich etwas ändert, und ich glaube auch, dass es möglich ist.

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Weitere Informationen finden Sie hier:

Perspektiven: Ziele für die Zukunft

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