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Returns Reloaded
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Branchennews: Mehrwegverpackungen im Onlinehandel

Returns Reloaded

Wie müssen Mehrwegsysteme gestaltet sein, damit sie praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sind? Dieser Frage wollen die Versandhändler Tchibo, Otto und Avocadostore mit dem dreijährigen Forschungsprojekt praxPack beantworten. Im August 2020 startete die erste Projektphase in Zusammenarbeit mit Repack.

August 2020

Shoppen ohne das Haus zu verlassen, wird immer selbstverständlicher. Durch den Online-Handel mit Kleidung und Schuhen setzten Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt fast 19 Milliarden Euro um – 11 Prozent mehr als im Vorjahr [1]. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend nochmals verstärkt. Doch das bequeme Bestellen hat auch seine Kehrseiten – eine davon sind die Retouren. Betrachtet man die online Bekleidungskäufe in ganz Deutschland werden pro Tag etwa 800.000 Pakete retourniert. 400 Tonnen CO2 entstehen so täglich, was 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking entspricht [2]. „Wenn es im Handel so weitergeht, knacken wir in vier Jahren die Eine-Million-Tonnen-Marke für Versandverpackungsmüll“, sagt Lisa Rödig vom Hamburger Institut für Ökologie und Politik Ökopol. Um die Umweltauswirkungen ihrer Lieferungen zu minimieren, testen die Versandhändler Tchibo, Otto und Avocadostore seit August 2020 Mehrwegversandtaschen. Das dreijährigen praxPack-Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von Ökopol koordiniert.

Wie können wiederverwendbare Versandtaschen in die eigene Logistik eingeführt werden? Werden sie von den Kunden akzeptiert? Wären diese sogar bereit, einen Aufpreis zu zahlen? In der ersten Phase wird das System des finnischen Start-Ups Repack getestet. Die Repack-Mehrwegversandtasche besteht aus recyceltem Kunststoff, kann vom Kunden auf Briefgröße zusammengefaltet und über die Post frei zurückgesendet werden. Durch die Verlängerung des Lebenszyklus kann der CO2-Ausstoß um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Doch um das Konzept skalierbar zu machen, braucht es die gesamte E-Commerce-Branche. „Wir freuen uns besonders darüber, unsere Erfahrungen später an unsere Labels weitergeben und so explizit kleine Eco-Unternehmen und Startups unterstützen zu können“, sagt Mimi Sewalski, Geschäftsführerin von Avocadostore. Ziel ist, bis zum Projektende Anfang 2022, umfangreiche Erkenntnisse zu generieren, wie Mehrwegsysteme gestaltet sein müssen, damit sie praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sind. Auch die Frage, welche branchenspezifischen und politischen Rahmenbedingungen hierbei unterstützen können, soll beantwortet werden.

Christof Trowitz, Business Developer bei Repack, diskutierte bereits im Januar 2020 die Zukunft des E-Commerce im Panel-Talk „Returns Reloaded — Cloud Driven Efficiency“ auf der Fashionsustain-Bühne der Neonyt.

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Weitere Informationen finden Sie unter:

Pressemitteilung: Teststart mit Mehrwegversandtaschen bei Tchibo, Otto und Avocadostore

[1] Statista (2020) „Umsatz im Online-Modehandel in Deutschland in den Jahren 2006 bis 2019“.

[2] Verbraucherzentrale (2019): „Ist Online-Handel gut für die Umwelt? Es spricht viel dagegen“.

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  • Nachhaltigkeit
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