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Messe: Neonyt

Sozial, gerecht und gleich

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, haben dieselben Möglichkeiten und Rechte. Die Realität sieht jedoch in vielen Fällen anders aus. Damit sich das ändert, müssen soziale Ungerechtigkeiten reduziert werden – zwischen Staaten und innerhalb von Gesellschaften und Industrien - so auch in der Textil-und Modebranche. Die Neonyt-Community zeigt, wie Benachteiligungen überwunden werden und Globalisierung gerecht gestaltet wird.

Mai 2021

Neben CO2 und Bergen von Müll produziert die internationale Modeindustrie auch jede Menge soziale Ungerechtigkeiten. Denn wenn Konsumbegeisterte regelmäßig neue Kleidung zu Spottpreisen kaufen, tragen und anschließend wegwerfen, geht das nicht nur auf Kosten der Umwelt, sondern auch auf Kosten von Arbeiter*innen. Soziale Probleme in der Fast Fashion-Branche sind schon lange bekannt, durch die pandemischen Zustände der vergangenen 15 Monate wurden diese jedoch noch stärker beleuchtet: Geschlossener Einzelhandel bedeutet stornierte Aufträge und infolgedessen unzählige Kündigungen, gar bedrohte Existenzen- in einer Industrie, die weltweit mehr als 60 Millionen Menschen beschäftigt. Warum? Eine halbe Milliarde unverkaufter Modeartikel und stornierter Ware, die heute in den Läden liegen sollte, wurde mit einem Jahr Vorlauf produziert und vorfinanziert. Eine Stornierung dieser Aufträge bedeutet also Textilarbeiter*innen in Ländern wie Bangladesch, Kambodscha und Myanmar haben das Material und die Arbeitskraft vorgestreckt und bleiben nun auf den Kosten sitzen. Das macht deutlich, dass vor dem Gesetz zwar alle Menschen dieselben Rechte haben, globale Ungleichheiten aber sehr einschneidend sind – und damit ein großes Hindernis für soziale und nachhaltige Entwicklungen und Armutsbekämpfung. Mit Hilfe der Sustainable Development Goals (SDGs), die die United Nations im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet haben, soll sich das ändern. SDG 10 forciert Gleichheit – in Hinblick auf Einkommen, Bildung, Gesundheit und Geschlechter. Durch den Abbau von Ungleichheit kann ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erwirkt und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden. Bis 2030 sollen alle Menschen weltweit selbstbestimmt handeln können und wirtschaftliche wie politische Inklusion gefördert werden.

In einer Welt, die von kapitalistischen Strukturen geprägt ist, geht es in erster Linie um finanziellen Erfolg. Der Wert von Kleidung wird nur an dem fertigen Produkt gemessen, Aspekte wie Produktionsbedingungen, Ressourcen, oder die Behandlung der Arbeiter*innen werden nicht miteinbezogen. „Das System ist auf Ausbeutung programmiert – in Hinsicht auf Ressourcen, Umweltverschmutzung und Angestellte. Das Ziel des Systems ist es, Menschen so viel arbeiten zu lassen wie es nur geht und sie dann mit dem geringstmöglichen Gehalt zu bezahlen“, sagt Esther Pan Sloane, Head of Partnerships des United Nations Capital Development Fund (UNCDF) in einem Kurzinterview mit Kerry Bannigan, Gründerin der Conscious Fashion Campaign. Soziale wie auch ökologische Nachhaltigkeit erfahren in der Fast Fashion-Branche nur wenig bis keine Wertschätzung – sodass die Umwelt und die Angestellten in den Produktionsländern oftmals auf der Strecke bleiben.

Dass das auch anders geht, zeigen die ausstellenden Brands der Neonyt: Seit 1999 produziert Lanius umweltverträgliche und faire Mode. Neben dem Engagement für Nachhaltigkeit und Ökologie spielt der Respekt für die Produktionspartner*innen eine wichtige Rolle – egal, ob es sich dabei um große Betriebe oder kleine Familienunternehmen handelt. Neben Siegeln und Zertifikaten sind für das Label ein enger persönliche Kontakt und gemeinsame Werte von zentraler Bedeutung. Auch das Denim-Label Dawn macht sich in diesem Zusammenhang stark: Unter dem Motto „Fair fits better“ kämpft Dawn für eine gerechtere Welt, zum Beispiel durch Transparenzinitiativen wie den Tag der offenen Fabrik, die absolute Rückverfolgbarkeit der Produkte oder die Möglichkeit, den Angestellten über das Portal Tip Me individuelle Trinkgelder zu geben. Der Fair Wear Brand Performance Check, eine unabhängige Bewertung, wie jede Fair Wear Foundation Mitgliedsmarke an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten arbeitet, zeigt mit 100 von 100 erreichbaren Punkten eindeutig, dass Dawn auf im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit auf Kurs ist.

Im vergangenen Corona-Jahr hat sich in der Branche ein Wandel vollzogen. Ein Wandel, für den die Neonyt mit Kollaboration, Kommunikation und Unternehmertum schon seit mehr als einer Dekade steht. Es ist klar: Alle müssen an einem Strang ziehen. Durch transparente Kommunikation der internen Unternehmenswerte und hohe Sozialstandards können Produzent*innen einen Beitrag leisten. Am wichtigsten ist jedoch, dass sie die Brücke schlagen, nicht nur selbst zu profitieren, sondern auch ihre Angestellten fair zu bezahlen – am besten digital, um sicherzustellen, dass das Geld auch bei den richtigen landet. Die Verantwortung, die Modebranche sozialer, nachhaltiger und fairer zu gestalten, tragen aber viele. Konsument*innen können etwas tun, indem sie sich klarmachen, welche Brands ihre Werte teilen und dort einkaufen. Gleiches gilt für Investor*innen, die mit ihren Geldern bewusst soziale Unternehmen finanziell unterstützen können. Die Branche ist auf dem richtigen Weg, es gibt aber immer noch einiges zu tun. Und die beste Zeit zum Handeln ist JETZT.

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