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Messe: Neonyt

Digital first

Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung in der Modebranche: Wurden Online-Kanäle bislang häufig als Ergänzung zum stationären Handel angesehen, rücken sie jetzt in den Fokus. Das bringt Unternehmen zum Umdenken – und bietet Chancen, um Nachhaltigkeit zu verankern.

Mai 2020

Auf Abstand: Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und geschlossene oder zugangsbeschränkte Geschäfte prägen in Zeiten von Corona den Alltag weltweit. Gleichzeitig verbringen viele Menschen mehr Zeit vor dem Bildschirm – auch abseits vom Homeoffice. Damit sind digitale Verkaufskanäle, auch für die globale Modeindustrie, in nur wenigen Wochen relevanter geworden denn je.

Natürlich sind sie kein neues Phänomen: Bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus haben E-Commerce, Social Media und digitale Lösungsansätze am Point of Sale die traditionellen Handelsstrukturen aufgemischt. Diese Entwicklung dürfte sich nun deutlich beschleunigen, da der Handel verstärkt auf Online-Kanäle setzen muss, um Konsumenten überhaupt zu erreichen. Momentan kann niemand einschätzen, wie lange die Pandemie andauern wird. Auch wenn sich die Situation beruhigt, wird es Zeit brauchen, sich an eine neue Normalität zu gewöhnen: Social Distancing könnte das Gebot der Stunde bleiben und Verbraucher könnten Menschenansammlungen in Innenstädten weiterhin meiden.

Der digitale Wandel in der Modebranche verlange von Unternehmen, ihre Denkweise zu ändern und anzufangen, wie rein digitale Akteure zu handeln. Das ist eine der zentralen Aussagen des kürzlich erschienenen Corona-Updates von McKinsey und Business of Fashion zur Studie „The State of Fashion“: „Anstatt sich zu fragen, welche Vorteile Online-Kanäle für offline bieten können, sollten sie sich fragen, wie ihre stationäre Präsenz die E-Commerce-Verkäufe unterstützen kann.“ [1] Um zukünftige Chancen zu nutzen, müssten Unternehmen nicht nur in bestehende digitale Fähigkeiten investieren, sondern parallel innovative Wege gehen, um online mit Konsumenten zu interagieren.

Die Digitalisierung des Handels bietet gleichzeitig Chancen, um das Thema Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben: So hat beispielsweise der Neonyt-Aussteller Staiy die erste Onlinehandelsplattform gelauncht, die ausschließlich nachhaltige Marken kuratiert. Staiy bewertet die Marken nach fünf Kriterien: Wasserverbrauch und Luftverschmutzung bei der Herstellung, verwendete Materialien, Arbeitsbedingungen und soziales und ökologisches Engagement. Darüber hinaus setzt Staiy auf künstliche Intelligenz, um Kundinnen und Kunden personalisierte Styles zu empfehlen.

Den Händlern selbst – online oder offline – können digitale Lösungen helfen, Nachhaltigkeit leichter in ihr Angebot zu integrieren. Das zeigt die Katag AG, der größte europäische Fashion-Dienstleister. Bei der vergangenen Fashionsustain-Konferenz in Berlin erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Daniel Terberger: „Als Plattform zwischen Handel und Industrie wollen wir für die Händler Transparenz darüber schaffen, was die wichtigsten Modemarken im Bereich Nachhaltigkeit tun.“ Dafür fragt Katag die Brands standardisiert ab – nach Lieferketten, Siegeln, verwendeten Farbstoffen und mehr – und stellt dem Fachhandel alle Informationen in einer Datenbank zur Verfügung.

Der Modehandel ist also in Bewegung. Wenn sich durch Corona nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit beschleunigt, wäre das zumindest ein positiver Aspekt der aktuellen Krise.

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Foto: Christin Hume

Weitere Informationen finden Sie hier:
Neonyt-Podcast: Nachhaltigkeit im Modehandel

[1] McKinsey und The Business of Fashion, „The State of Fashion 2020: Coronavirus Update“: https://www.mckinsey.com/industries/retail/our-insights/its-time-to-rewire-the-fashion-system-state-of-fashion-coronavirus-update

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  • Messe
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