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Nachgefragt: Werner Sobek, Gründer der Firmengruppe Werner Sobek

Federleichte Fassaden

Sein Name steht für visionäre Bauprojekte und Kollaborationen mit Stararchitekten wie Zaha Hadid. Professor Dr.-Ing. Werner Sobek ist preisgekrönter Architekt und beratender Ingenieur. Seine Design-Studios entwickeln Gebäude an der Schnittstelle von beeindruckender Architektur und grüner Innovation. Im Interview spricht der Pionier der textilen Leichtbauweise über seinen persönlichen Ansatz und den Städtebau der Zukunft.

November 2018

Professor Sobek, Sie sind Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und Präsident des Stuttgart Institute of Sustainability. Wie lässt sich Textiler Leichtbau heute mit Nachhaltigkeit verbinden? Gibt es ein herausragendes Bauprojekt Ihres Unternehmens, das diese perfekte Symbiose aus verantwortungsvoller Architektur und Textilem Leichtbau darstellt?

Textiler Leichtbau ist ein zentrales Element auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit. Angesichts der weiterhin anwachsenden Weltbevölkerung und der zur Neige gehenden Ressourcen müssen wir künftig mehr gebaute Umwelt mit weniger Materialien schaffen – und die verwendeten Materialien müssen so verbaut werden, dass sie zu 100 % wieder in technische bzw. biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können. Die Möglichkeiten, die das Bauen mit Textilien bietet, prädestinieren es also geradezu als Schlüssel für das nachhaltige Bauen der Zukunft. Ein Beispiel, welches das Potential und die Bedeutung des Textilen Leichtbaus besonders gut illustriert, ist der von mir entworfene Testturm für ThyssenKrupp in Rottweil. Der bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Turm weist die höchste Textilfassade der Welt auf. Diese spielt nicht nur eine wichtige ästhetische Rolle, sondern reduziert auch thermisch induzierte Spannungen im Tragwerk ebenso wie durch den Wind angeregte Querschwingungen. Allein durch Form und Materialität der Fassade konnten wir so eine Einsparung bei Beton- und Stahlverbrauch um 15 % erzielen. Wir schonen so wertvolle Ressourcen – und ermöglichen eine leichtere Auftrennung der verwendeten Materialien bei einem eventuellen Rückbau des Bauwerks am Ende seines Lebenszyklus.

Welche aktuellen Trends und Innovationen aus dem Bereich des Textilen Leichtbaus werden, Ihrer Meinung nach, die Architektur maßgeblich prägen?

Wie der Testturm von ThyssenKrupp sehr anschaulich zeigt, können wir heutzutage mit textilen Baumaterialien ganz andere Geometrien (und Dimensionen) realisieren als noch vor wenigen Jahren angenommen. Der Textile Leichtbau wird deshalb eine wesentlich stärkere Rolle bei der Gestaltung unserer Gebäudehüllen einnehmen als bisher. Eine wichtige Rolle spielt auch die Adaptivität der textilen Konstruktionen, wie sie momentan insbesondere im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1244 erforscht und weiterentwickelt wird. Das Potenzial, das sich hier abzeichnet, wird nicht nur unseren Fassaden, sondern auch und insbesondere der Gestaltung der Innenräume zugute kommen.

Vom 14. - 17. Mai 2019 erwartet die Besucher der Techtextil in Frankfurt am Main eine Sonderveranstaltung zum Thema „City of the Future“. Was ist Ihre Vision der Stadt der Zukunft und welche Rolle wird der Textile Leichtbau darin spielen?

Die Stadt der Zukunft wird zugleich nachhaltig und atemberaubend schön sein. Der Textile Leichtbau wird in dieser Stadt eine zentrale Rolle spielen – sowohl bei der Gestaltung der Fassaden als auch bei der Einrichtung des Innenraums werden adaptive Stofffassaden Nachhaltigkeit, Nutzerkomfort und Gebäudequalität deutlich erhöhen.

#Werner Sobek #Textiler Leichtbau #CityofTheFuture #Techtextil #Messe

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.wernersobek.de/
www.techtextil.messefrankfurt.com
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