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Marion Röttges, co-CEO Apparel & Communication at Remei AG
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Nachgefragt: Marion Röttges, Co-CEO Apparel & Communication der Remei AG

„Jeden Produktionsschritt genau zu kennen, zahlt sich aus“

Der Schutz des weltweiten Klimas ist aktuell relevanter denn je. Was das Textilhandelsunternehmen Remei in der eigenen Lieferkette umsetzt, erzählt Marion Röttges, Co-CEO Apparel & Communication der Remei AG.

Januar 2022

Liebe Frau Röttges, die Remei AG ist einer der Vorreiter für Biobaumwolltextilien in der Textilbranche was Klimaschutz und Verantwortung für Mensch und Natur betrifft. Wie zeichnet sich Ihr Wirtschaftsmodell aus?

Seit der Gründung der Remei AG in 1983 übernehmen wir die Verantwortung für die gesamte Textillieferkette – vom Saatgut über die ökologische Produktion bis hin zu den verkaufsfertigen Textilien. Unsere Lieferkette ist vollständig transparent, wir kompensieren jegliche CO2-Emissionen in der eigenen Lieferkette und praktizieren fairen Handel. Mit diesen und weiteren Maßnahmen wollen wir den Systemwandel vorantreiben.

Im Vergleich zum Offsetting ermöglicht das Insetting die Kompensation von Emissionen innerhalb der eigenen Lieferkette. Was ist die Voraussetzung dafür?

Die Voraussetzung für erfolgreiches Insetting ist es, die Lieferkette genau zu kennen. In unserem Ansatz „From Fibre to Fashion“ – also von der Baumwollsaat bis hin zum fertigen Textil – sind alle Prozesse integriert. Das schafft die Grundlage für Transparenz und die komplette Rückverfolgbarkeit der textilen Wertschöpfungskette. Dadurch können wir auch genau feststellen, in welchem Schritt der Produktion wie viele Emissionen anfallen, um diese am Anfang der Lieferkette zu kompensieren.

Abgesehen vom Klimaschutz – welche Vorteile bietet die Kompensation von Treibhausgasen in der eigenen Wertschöpfungskette?

Eine unserer Maßnahmen für Insetting ist die Finanzierung von Biogasanlagen und effizienten Öfen für die Bäuerinnen und Bauern in den Anbaugebieten der Biobaumwolle. So wird die Gesundheit der Familien durch den Bau raucharmer Öfen gefördert und gleichzeitig der CO2-Verbrauch direkt am Anfang der textilen Kette reduziert. Dass wir jeden Produktionsschritt innerhalb der Lieferkette so genau kennen, zahlt sich darüber hinaus auch für die Qualität und das Miteinander in der Lieferkette aus: Finanziellen Mittel, die für den Umweltschutz eingesetzt werden, verbleiben in der eigenen Wertschöpfungskette, Lieferantenbeziehungen werden gestärkt und der Blick für Stärken und Schwächen in der Lieferkette wird geschärft – für ausgezeichnete Qualität und hohe Resilienz im Warenfluss.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Texpertise Network

Perspektiven: Der Deal mit dem Klima

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