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Future of Fashion
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Branchennews: The Pulse of the Fashion Industry

Future of Fashion

Wie ist eigentlich der Status Quo der Nachhaltigkeitsleistungen der Modeindustrie? Welche Wege und Möglichkeiten gibt es für mehr Nachhaltigkeit in der Branche? Und wie viel Wert legt der Konsument darauf, dass seine Kleidung sozial und ökologisch vertretbar hergestellt wird? Antworten liefert die Studie „The Pulse of the Fashion Industry“, die von der Global Fashion Agenda, der Boston Consulting Group und der Sustainable Apparel Coalition gemeinsam veröffentlicht wird.

Juli 2019

Die Mode- und Textilindustrie gehört zu den umweltschädlichsten Industrien der Welt. Laut Schätzungen der United Nations Economic Commission for Europe ist die Modeindustrie für 20% der weltweiten Industrieabwässer, 10% der globalen CO2-Emissionen und 24% der Insektizide sowie 11% des Pestizideinsatzes verantwortlich.[1] Die dänische Nichtregierungsorganisation, Global Fashion Agenda, die auch den Copenhagen Fashion Summit ausrichtet, hat es sich zum Ziel gemacht, einen Wandel in der Modeindustrie voranzureiben und den Konsumenten, wie auch die Industrie, zu mehr Engagement für Nachhaltigkeit zu bewegen. Seit 2017 veröffentlicht die Global Fashion Agenda gemeinsam mit der Boston Consulting Group und der Sustainable Apparel Coalition jährlich eine Studie über die Nachhaltigkeitsleistungen der Modebranche: The Pulse of the Fashion Industry.

Das Update der Studie aus diesem Jahr verdeutlicht anhand von Statistiken und dem sogenannten Pulse Score [2], dass die Modebranche seit Beginn der Erhebung in 2017 soziale und ökologische Verbesserungen erreicht hat, es allerdings einen deutlichen Einbruch in der Entwicklungsgeschwindigkeit im Vergleich zum Vorjahr gab. Von 2017 auf 2018 stieg der Pulse Score um sechs Punkte, in diesem Jahr nur um vier. Der Pulse Score basiert auf dem Higg-Index, einem von SAC eingeführten Tool zur Überprüfung der Transparenz für Unternehmen. Betrachtet man den Pulse Score der einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette, dann wird ein deutlicher Leistungsunterschied sichtbar. Das Management und die Lieferkette schneiden überdurchschnittlich gut ab, sie sind am stärksten involviert. Der Handel hingegen zeigt eine sehr schwache Performance.

Die Statistiken machen deutlich, dass die Modeindustrie nicht schnell genug nachhaltige Lösungen umsetzt, um die negativen Auswirkungen der enorm wachsenden Branche auszugleichen. Wenn die Entwicklung so weiter gehe, werde der Modesektor weder die Social Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, noch das Übereinkommen von Paris einhalten können. „Fashion needs a deeper, more systemic change“, heißt es in dem Report.

The Pulse of the Fashion Industry beleuchtet nicht nur die Industrie, sondern auch die Konsumentenseite. Statistiken verdeutlichen, dass das Verbraucherbewusstsein für Nachhaltigkeit wächst und insbesondere für Millennials, ein immer stärker werdender Faktor bei der Einkaufsentscheidung ist. 75% empfinden Nachhaltigkeit als sehr oder extrem wichtig, aber nur 7% der Befragten treffen ihre Kaufentscheidung aufgrund einer nachhaltigen Produktion. Relevanter sind Kriterien wie eine hohe Qualität der Ware mit 23% und das Preis-Leistungs-Verhältnis mit 16%.

Zusammengefasst: Ein Wandel ist spürbar und sichtbar, aber die gemachten Schritte sind zu klein. Die Global Fashion Agenda, die Boston Consulting Group und die Sustainable Apparel Coalition bündeln ihre Expertise, um die Modebranche zu mehr Zusammenarbeit und Innovation zu bewegen.

[1] https://www.unece.org/info/media/news/forestry-and-timber/2018/fashion-is-an-environmental-and-social-emergency-but-can-also-drive-progress-towards-the-sustainable-development-goals/doc.html

[2] Der Pulse Score stellt eine Baseline basierend auf dem Nachhaltigkeitsmanagement, der Zielsetzung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen des Fashionsektors.


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