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"We are open" auf einer Ladentür
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Branchennews: Harvard Business Review, Bain & Company

Das neue Normal

Kommt die wirtschaftliche Erholung schneller als gedacht? Chinas Läden sind wieder geöffnet und die Bevölkerung beginnt, sich in der neuen Normalität zurechtzufinden: Zwei Monate nach dem ersten Ausbruch von Covid-19 scheint sich China in einem frühen Stadium der Erholung zu befinden. Grund für Hoffnung – auch in der Modebranche.

April 2020

Der Lock-Down ist vorbei: Vorsichtig trauen sich Menschen aus ihren Wohnungen, Fabriken nehmen die Produktion wieder auf, Geschäfte öffnen die lang geschlossenen Türen. China kehrt Schritt für Schritt zu einer Art Alltag zurück. Ende Januar 2020 wurden offiziell die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan, China, gemeldet. Bis Mitte Februar war die Zahl der Infizierten in China laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf über 60.000 angestiegen. Die Regierung reagierte mit strengen Ausgangssperren und Schließung von Autobahnen und Einzelhandel. Ein Schock für die globale Wirtschaft, denn China macht mit rund 21 Prozent den zweitgrößten Anteil des weltweiten Einzelhandelsmarktes aus1.

Doch die drastischen Maßnahmen wirkten und die Kurve der Neuinfektionen flachte ab. „Von dieser Lektion in Bezug auf die Eindämmung können andere Länder lernen und sie an ihre eigenen Umstände anpassen“, sagt Dr. Gauden Galea, Vertreter der WHO in China, gegenüber den UN News. Was andere Länder aber auch sehen können ist, dass die Genesung der Wirtschaft schneller beginnt als vielleicht erwartet. „Nur sechs Wochen nach dem ersten Ausbruch scheint sich China in einem frühen Stadium der Erholung zu befinden“, heißt es in einem Bericht von Harvard Business Review vom 10. März 2020. Viele chinesische Unternehmen sind bereits aus dem Stadium der Krisenaktion in das eines wirtschaftlichen Aufschwungs übergegangen. Von Apple über H&M bis Ikea: Hoffnung macht sich breit, nachdem viele Einzelhändler fast alle oder alle ihrer Geschäfte in China wiedereröffnet haben.

Ein Bericht von Bain & Company prognostiziert, dass der Konsum nach der Epidemie „weitgehend ähnlichen Mustern folgen wird wie nach dem SARS-Ausbruch 2002 bis 2003.“ Damals kehrten die Ausgaben für Lebensmittel und Kosmetika schnell zur Normalität zurück, während die Nachfrage nach Kleidung sogar über das Niveau von vor der Epidemie hinaus anstieg. Doch Derek Deng, Partner von Bain & Company in Shanghai, warnt vor zu optimistischen Handlungen: „Die Konsumentenstimmung ist immer noch dabei, von der Panik zur Normalität oder zu einer neuen Normalität zurückzukehren.“ Wann eine vollständige Erholung eintreten wird, bleibt unklar. Die Angst vor möglichen Neuinfektionen besteht weiterhin auch in China und die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht gänzlich absehbar. Doch halten die aktuellen Entwicklungen in China an, stehen auch Messen wie der Cinte Techtextil China vom 02. bis 04. September 2020 nichts im Weg.

Zweifellos werden weitere Lehren aus den Entwicklungen in China, Korea, Italien und schließlich den USA gezogen werden können. Agilität und Adaption: Eigenschaften, die in einer sich schnell verändernden Welt auch über das Krisenmanagement hinaus beibehalten werden sollten. „Angesichts der Zeit, die für die Formulierung, Verbreitung und Anwendung neuer Richtlinien in großen Unternehmen erforderlich ist, muss die Wiederherstellungsplanung bereits während der Krise beginnen“, heißt es im Harvard Business Review-Bericht.  

 

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Weitere Informationen finden Sie unter:

Foto: Artem Beliaikin

1 Statista (2020): Retail industry in China - Statistics & Facts

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