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Branchennews: Responsible Mohair Standard

Verantwortung für Tiere und Umwelt

Friedlich grasen die weiß-gelockten Ziegen in den Weiten Südafrikas – ein schönes Bild, doch die Realität in der Mohair-Produktion sieht leider oft anders aus. Um Landwirte zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und der Umwelt zu motivieren und Best-Practice-Fälle auszuzeichnen, führte Textile Exchange im März 2020 den Responsible Mohair Standard ein.

Mai 2020

Leicht und langlebig, wasserabweisend und gleichzeitig feuchtigkeitsabsorbierend, im Sommer kühlend und im Winter wärmend: Mohair zählt zu den wertvollsten Textilfasern der Welt. Gewonnen wird das Edelmaterial aus dem langen weiß-gelockten Fell der Angoraziegen, die heute vor allem in Südafrika grasen. Doch aus tierschutzrechtlicher Sicht ist Mohair sehr umstritten: Ein Enthüllungsbericht von Peta aus dem Jahr 2018 zeigte abgeschorene Hautfetzen, Kastrierungen und andere medizinische Eingriffe ohne Betäubung und lebende Tiere, die in giftige Chemikalien getaucht werden. Damit solche Praktiken der Vergangenheit angehören und auch das Land, auf dem die Ziegen weiden, nachhaltig bewirtschaftet wird, führte die gemeinnützige Organisation Textile Exchange im März 2020 den Responsible Mohair Standard (RMS) ein.

Vom Farmer über die Faserherstellung bis zum fertigen Produkt: Um den RMS zu erfüllen, müssen alle Prozessschritte der Textilherstellung zertifiziert sein. Ziel des neuen Standards ist es, die im Sinne des Tierschutzes und der Nachhaltigkeit am verantwortungsvollsten praktizierenden Landwirte sichtbar zu machen. Regelmäßige Prüfungen der Farmen und eine Verfolgung des Materials bis zum Endprodukt sollen dies gewährleisten. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen Farmen ihr Land progressiv bewirtschaften und die Ziegen ganzheitlichen schützen. Als Richtlinien werden die „Fünf Freiheiten des Tierschutzes“ herangezogen. Diese wurden 1979 vom UK Farm Animal Welfare Council veröffentlicht und beinhalten die Erfüllung der Grundbedürfnisse nach Futter, Wasser und Schutz, aber auch die Vermeidung jeglichen psychischen oder physischen Stresses. „Der RMS hilft jedem, Verbesserungspotenziale auf seinen Farmen und in seinem Unternehmen zu identifizieren. (…) Er gibt den Landwirten aber auch Gewissheit darüber, in welchen Bereichen sie den Standard erfüllen oder sogar übertreffen“, sagt Marx Strydom, ein Mohair-Produzent aus der Region Jansenville in Südafrika.

Auch der 2016 eingeführte Responsible Wool Standard (RWS) wurde überarbeitet. Zahlreichen Brands wie Eileen Fisher, H&M und Patagonia beziehen bereits Wolle mit dem renommierten Zertifikat. Die Aktualisierungen beinhaltet Klarstellungen der Module Tierschutz und Landbewirtschaftung, einschließlich der Einführung zusätzlicher Anforderungen und Leitlinien zur biologischen Vielfalt. Zusätzlich wurde der Standard um soziale Aspekte ergänzt.

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Weitere Informationen:
Textile Exchange (März 2020): New Responsible Mohair Standard and Updated Responsible Wool Standard


Foto: Mohair South Africa

Tags

  • Branchennews
  • Nachhaltigkeit

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